Kardinal Marx verurteilt in Osterpredigt Kriegsrhetorik: »Schamlose Gotteslästerung«
Marx: US-Minister Hegseth betreibt »Gotteslästerung«

Kardinal Marx verurteilt in Osterpredigt Kriegsrhetorik als »schamlose Gotteslästerung«

In einer scharfen Osterpredigt hat der Münchner Kardinal Reinhard Marx den Missbrauch religiöser Sprache zur Rechtfertigung von Krieg und Gewalt verurteilt. Der Erzbischof kritisierte dabei insbesondere Äußerungen von US-Verteidigungsminister Pete Hegseth, der sich selbst als »Kriegsminister« bezeichnet. Es handle sich um eine »schamlose Gotteslästerung«, wenn dafür gebetet werde, dass im Kontext eines Krieges – beispielsweise im Iran – jede Kugel ihr Ziel treffe, erklärte Marx während der Feierlichkeiten in München. Religion dürfe niemals instrumentalisiert werden, um Gewalt zu legitimieren oder Konflikte zu schüren.

Kritik an russischem Patriarchen und Aufruf zur Friedensarbeit

Zugleich wandte sich der Kardinal gegen vergleichbare Aussagen aus Russland. Auch die Bezeichnung des Angriffskriegs gegen die Ukraine als »heiliger Krieg« durch den Moskauer Patriarchen Kyrill I. kritisierte Marx deutlich und mit Nachdruck. Der Geistliche mahnte, dass religiöse Überzeugungen und Glaubensinhalte unter keinen Umständen zur Rechtfertigung von militärischen Auseinandersetzungen oder kriegerischen Handlungen missbraucht werden dürften. Vielmehr müsse der Fokus auf Versöhnung und friedlichem Dialog liegen.

Parallel dazu betonte Papst Leo XIV. in seiner Osterpredigt auf dem Petersplatz in Rom die Auferstehung als Sieg Gottes über den Tod und als fundamentale Grundlage christlicher Hoffnung. Er rief die Gläubigen eindringlich dazu auf, diese Hoffnung aktiv »in die Welt zu tragen«, indem sie sich von Resignation, Gewalt und struktureller Ungerechtigkeit nicht lähmen lassen und sich stattdessen engagiert für Frieden und Gerechtigkeit einsetzen. Immer wieder kehrte der Papst zum Motiv zurück, dass »der Tod immer auf der Lauer« liege – sichtbar in Egoismus, Unterdrückung der Armen und Gleichgültigkeit gegenüber den Schwächsten –, Ostern aber einen »neuen Anfang« markiere, da der Tod endgültig besiegt sei.

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Evangelische Kirche unterstützt Friedensbotschaft

Auch die Ratsvorsitzende der Evangelischen Kirche in Deutschland, Kirsten Fehrs, bezeichnete in ihrer offiziellen Osterbotschaft die Auferstehung Jesu als »eine der machtvollsten Hoffnungsgeschichten«, in der Gewalt und Tod symbolisch überwunden werden. Angesichts globaler Krisen, anhaltender Kriege und menschlichen Leids hätten diese negativen Kräfte nicht das letzte Wort, so Fehrs in ihrer Stellungnahme. Ostern setze vielmehr ein trotziges und kraftvolles Zeichen der Hoffnung und eröffne die reale Möglichkeit eines gesellschaftlichen sowie persönlichen Neuanfangs. Die Botschaften von Marx, dem Papst und Fehrs unterstreichen somit eine gemeinsame kirchliche Haltung gegen die Instrumentalisierung von Religion für kriegerische Zwecke.

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