Morddrohungen gegen Helfer nach gescheitertem Wal-Rettungsversuch in Wismar
Morddrohungen gegen Helfer nach Wal-Rettung in Wismar

Morddrohungen gegen Helfer nach gescheitertem Wal-Rettungsversuch in Wismar

Nach der gescheiterten Rettung eines gestrandeten Buckelwals in der Bucht vor Wismar sind die beteiligten Helferinnen und Helfer zunehmend verbalen Angriffen ausgesetzt, die bis hin zu Morddrohungen reichen. Mecklenburg-Vorpommerns Umweltminister Till Backhaus (SPD) äußerte sich besorgt über diese Entwicklung und kündigte rechtliche Schritte an.

Emotionale Reaktionen und rechtliche Konsequenzen

„Bedauerlicherweise nehmen die Anfeindungen gegen Beteiligte an der Hilfsmaßnahme zu – bis hin zu Morddrohungen“, sagte Backhaus in einer offiziellen Mitteilung. Er betonte, dass er die emotionale Betroffenheit der Menschen verstehe, aber Drohungen gegen Mitarbeiter im Privatleben nicht akzeptiere. Strafrechtlich relevante Aussagen, ob in sozialen Medien, per Brief oder E-Mail, würden angezeigt, um solches Verhalten zu ahnden.

Fortlaufende Betreuung des geschwächten Wals

Unterdessen wird der Buckelwal rund um die Uhr durch die Wasserschutzpolizei und eine Walwache an Land betreut. Die Feuerwehr benetzt das Tier regelmäßig mit Wasser, um die Austrocknung der Haut zu verhindern, was schmerzhaft und gefährlich sein kann. „Wir werden das Tier weiter begleiten – bis zum Schluss“, erklärte Backhaus, der persönlich vor Ort war. Die Maßnahme, die alle zwei bis drei Stunden wiederholt wird, soll lindernde Umstände für den Wal schaffen.

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Ungewisse Überlebensdauer und technische Herausforderungen

Experten zufolge ist unklar, wie lange der Wal noch überleben wird. Da er stärker aus dem Wasser ragt, ist es schwieriger, seine Atmung zu überwachen. Bei Verdacht auf Atemstillstand wird ein Veterinär hinzugezogen. Die Bergung des Walkörpers stellt eine technische Herausforderung dar, da die Wassertiefe in der Bucht nur 90 bis 110 cm beträgt. Eine Unterwasserdrohne hat erste Bilder von der Liegeposition und dem Hautzustand des Wals aufgenommen, die nun tiermedizinisch ausgewertet werden.

Planungen für wissenschaftliche Obduktion

Das Deutsche Meeresmuseum plant zusammen mit den Behörden eine wissenschaftliche Obduktion, sollte der Wal sterben. Nach seinem Tod soll das Tier zur Insel Dänholm transportiert und dort von unabhängigen Experten untersucht werden. Neben der Todesursache werden Körper und Organe vermessen, gewogen und beprobt, um Proben für die Wissenschaft bereitzustellen. Ein Großteil des Walkörpers wird fachgerecht durch ein spezialisiertes Entsorgungsunternehmen behandelt.

Hintergrund des Wal-Vorkommnisses

Der Buckelwal hatte sich seit Anfang März viermal festgesetzt, dreimal konnte er sich befreien. Nach Sichtungen im Hafen von Wismar und am Timmendorfer Strand strandete er schließlich vor Wismar. Die Rettungsversuche wurden am Mittwoch eingestellt, und Fachleute gehen davon aus, dass das Tier in dieser Bucht sterben wird. Greenpeace zog sich aus der Nähe des Wals zurück, um ihn in Ruhe zu lassen, betonte aber, dass das primäre Ziel stets die Rettung gewesen sei.

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