Abschied nach einem Leben für die Tiere: Brigitte Franz beendet tierärztliche Karriere
Mit 75 Jahren hat Brigitte Franz letztmalig als Tierärztin einen Kuhstall betreten. Die Veterinärin aus der Region Kemberg beendet damit eine jahrzehntelange Berufslaufbahn, die sie trotz anfänglicher Widerstände konsequent verfolgte.
Pionierin in einer Männerdomäne
Ende der 1960er Jahre bewarb sich die junge Brigitte Franz um einen Studienplatz in der Veterinärmedizin. Damals rieten ihr viele davon ab, mit dem Argument, „Sag nicht Tierliebe“. Doch genau diese Leidenschaft trieb sie an, sich in einer damals von Männern dominierten Branche zu behaupten. Sie eroberte sich ihren Platz und praktizierte über fünf Jahrzehnte lang.
Letzter Einsatz im Kuhstall
Ihren finalen tierärztlichen Einsatz absolvierte Brigitte Franz beim Landwirt Torsten Häder in Sackwitz. Dort behandelte sie letztmalig die Tiere, bevor sie den Stethoskop endgültig an den Nagel hängte. Die Entscheidung, mit 75 Jahren in den Ruhestand zu gehen, fiel ihr nicht leicht, doch sie blickt auf ein erfülltes Berufsleben zurück.
Motivation und Durchhaltevermögen
Warum sie eigentlich gar nicht in diesem Beruf arbeiten sollte und weshalb sie erst jetzt aufhört, sind Fragen, die ihre außergewöhnliche Karriere beleuchten. Anfängliche Skepsis von außen konnte sie durch fachliche Kompetenz und Hingabe widerlegen. Ihre Motivation blieb stets die Liebe zu den Tieren und der Wunsch, ihnen zu helfen.
Die Tierärztin reflektiert über die Veränderungen in der Landwirtschaft und der Veterinärmedizin während ihrer aktiven Zeit. Sie hat zahlreiche Entwicklungen miterlebt und blieb bis zuletzt eine geschätzte Ansprechpartnerin für Landwirte und Tierbesitzer in der Region.



