Buckelwal Timmy in Not: Erneute Strandung in der Wismarer Bucht
Die dramatische Odyssee des Buckelwals Timmy setzt sich fort. Nachdem sich das Tier zuvor von einer Sandbank am Timmendorfer Strand befreien konnte und bereits auf dem Weg in den Atlantik war, steckt es seit Samstagnachmittag erneut fest – dieses Mal in der Wismarer Bucht. Die Situation ist kritisch, und die Wasserschutzpolizei hat eine nächtliche Bewachung des Meeressäugers eingerichtet, um ihn vor neugierigen Schaulustigen zu schützen.
Experten hoffen auf natürliche Befreiung über Nacht
Meeresbiologen und Umweltschützer beobachten die Entwicklung mit großer Sorge. Thilo Maack, Meeresbiologe bei Greenpeace, betont: „Wir wollen dem Wal die Chance geben, sich selbst zu befreien.“ Sollte Timmy auch am Sonntag noch in der flachen Bucht festsitzen, ist ein erneuter Rettungsversuch geplant. Umweltminister Till Backhaus (67, SPD) aus Mecklenburg-Vorpommern erklärte, dass Fachleute vor Ort dann versuchen würden, den Wal sanft in Richtung tieferes Wasser zu bewegen.
Polizeiliche Absperrung zum Schutz des geschwächten Tieres
Minister Backhaus appelliert eindringlich an die Bevölkerung, das gestresste Tier in Ruhe zu lassen. Die Wasserschutzpolizei soll konsequent verhindern, dass sich Menschen dem Wal nähern. „Ich bitte erneut darum, solche Versuche zu unterlassen und den Wal mit mindestens 500 Metern Abstand zu passieren“, so der Minister. Die Retter werden sich am Sonntagmorgen beraten, wie Daniela von Schaper, ebenfalls Meeresbiologin bei Greenpeace, bestätigte: „Wir prüfen morgen früh, wenn es hell ist, wie wir weiterverfahren.“
Besorgniserregender Gesundheitszustand des Wals
Timmy geht es nicht gut. Sein körperlicher Zustand verschlechtert sich zusehends. Laut Thilo Maack löst sich die Oberhaut des Wals in großen Placken, sodass die Unterhaut sichtbar wird. Zudem gab das Tier herzzerreißende Laute von sich und wirkte „sehr klagend“. Trotz dieser alarmierenden Signale gibt es einen Hoffnungsschimmer: Ganz in der Nähe von Timmys aktueller Position befindet sich eine tiefere Rinne. Es besteht die Möglichkeit, dass der Wal sich dorthin bewegen kann. „Dafür wollen wir ihm die Nacht über Zeit lassen“, erklärte Umweltminister Backhaus.
Die Augen der Nation sind auf Wismar gerichtet, während Millionen Menschen mit dem kämpfenden Meeressäuger mitfiebern. Die nächtliche Polizeipräsenz soll Timmy die nötige Ruhe verschaffen, um vielleicht doch noch den Weg in die Freiheit zu finden.



