Nach den schweren Ausschreitungen beim Zweitligaspiel zwischen Dynamo Dresden und Hertha BSC am Samstagabend hat der Deutsche Fußball-Bund (DFB) Ermittlungen gegen beide Vereine eingeleitet. Der DFB-Kontrollausschuss werde zu Beginn der neuen Woche Verfahren eröffnen, teilte der Verband der Deutschen Presse-Agentur mit. Beide Klubs werden zunächst zu Stellungnahmen aufgefordert.
Den Vereinen drohen empfindliche Strafen, darunter Geldstrafen im sechsstelligen Bereich sowie Zuschauer-Teilausschlüsse oder Geisterspiele. Da beide Klubs als Wiederholungstäter gelten, könnten sich die Sanktionen verschärfen.
Die Ausschreitungen hatten deutschlandweit für Empörung gesorgt. In beiden Fanlagern wurde Pyrotechnik gezündet, Anhänger kletterten über Zäune und drangen in den Innenraum vor. Dynamo-Fans rannten in Richtung Gästeblock, es kam zu direkten Konfrontationen. Schiedsrichter Sven Jablonski unterbrach die Partie und schickte die Teams in die Kabine.
Die Polizei marschierte im Innenraum auf und leitete nach dem Spiel mehr als ein Dutzend Ermittlungsverfahren ein, unter anderem wegen Landfriedensbruchs, gefährlicher Körperverletzung, Sachbeschädigung, Beleidigung und Ticketbetrugs. Insgesamt waren 750 Beamte aus Sachsen, Thüringen und Bayern im Einsatz.
Beide Vereine distanzierten sich von den Vorfällen. Dynamo Dresden kündigte eine zeitnahe Aufarbeitung an. Geschäftsführer Stephan Zimmermann sprach von einem massiven Schaden für den Verein und den Fußball. Hertha-Geschäftsführer Dr. Peter Görlich verurteilte die Szenen scharf und betonte, dass Fans im Innenraum nichts zu suchen hätten.



