Im Prozess um die Entführung der Block-Kinder in der Silvesternacht 2023/24 hat ein Privatdetektiv ausgesagt, dass es entgegen früheren Vermutungen keinen versuchten Entführungsversuch im Jahr 2022 gegeben habe. Der 46-jährige Zeuge aus Thüringen erklärte vor dem Landgericht Hamburg, er sei damals lediglich mit einer Observation beauftragt worden.
Observation statt Entführungsversuch
Der Privatermittler schilderte, dass sein Auftrag von der Familie Block darin bestanden habe, den Tagesablauf der Kinder in Dänemark zu dokumentieren. Ziel sei es gewesen, der Mutter Christina Block eine Gelegenheit zu verschaffen, allein mit ihren Kindern zu sprechen. Der Einsatz fand im November 2022 statt, mehr als ein Jahr vor der eigentlichen Entführung in der Silvesternacht 2023/24.
Polizeieinsatz und kurze Haft
Allerdings habe der Ex-Mann der Angeklagten, der die Kinder im Sommer 2021 nach einem Wochenendbesuch nicht wie vereinbart nach Hamburg zurückgebracht hatte, Verdacht geschöpft. Bereits eine Stunde nach Beginn der Observation sei die Polizei eingetroffen. Der Privatdetektiv wurde daraufhin für einen Tag inhaftiert, jedoch ohne dass es zu einer Anklage kam.
Hintergrund des Prozesses
In dem aktuellen Verfahren ist Christina Block, die Tochter des Gründers der Steakhaus-Kette „Block House“, Eugen Block, eine von sieben Angeklagten. Die Staatsanwaltschaft wirft ihr vor, die Entführung ihrer Kinder in der Silvesternacht 2023/24 durch eine israelische Sicherheitsfirma in Auftrag gegeben zu haben. Dies geschah nach einem jahrelangen Sorgerechtsstreit mit ihrem Ex-Mann. Die 53-jährige Unternehmerin bestreitet die Vorwürfe.
Der Prozess wird am 20. Mai fortgesetzt. Weitere Zeugenaussagen und Beweise sollen zur Klärung des Falls beitragen.



