Kriminelle nutzen erneut den Namen des Beitragsservice von ARD, ZDF und Deutschlandradio für eine betrügerische Masche. Die Verbraucherzentrale Nordrhein-Westfalen warnt vor täuschend echten Schreiben, die per E-Mail verschickt werden und zu Sofortüberweisungen drängen.
Neue Betrugswelle: Gefälschte Zahlungsaufforderungen im Umlauf
Die Schreiben tragen das bekannte Logo des Beitragsservice, eine vermeintliche Beitragsnummer sowie ein aktuelles Datum. Gefordert werden 55,08 Euro, die angeblich wegen geänderter Zahlungstermine sofort bis zum nächsten Tag überwiesen werden sollen. Die Verbraucherzentrale NRW betont, dass die Betrüger massiv Zeitdruck ausüben, um eine genaue Prüfung zu verhindern.
„Es wird Zeitdruck ausgeübt, das ist ein klassisches Mittel bei diesen Maschen“, erklärt Ralf Scherfling, Phishing-Experte der Verbraucherzentrale NRW. Zahlreiche verunsicherte Empfänger hätten sich bereits gemeldet, nachdem sie die Schreiben erhalten hatten.
Warnzeichen erkennen: Falsche Rabatte und ausländische Konten
Die Fake-Schreiben wirken professionell gestaltet und erinnern in Sprache und Aufmachung an echte Behördenpost. Ein auffälliges Merkmal ist das Locken mit angeblichen Rabatten: Wer den Rundfunkbeitrag direkt für ein halbes oder ganzes Jahr vorauszahle, könne Geld sparen. Beim echten Rundfunkbeitrag gibt es jedoch keinerlei Rabatt für Vorauszahlungen – ein klares Indiz für den Betrug.
Ein weiteres Warnsignal ist die angegebene Bankverbindung. Nach Angaben der Verbraucherzentrale gehört das Konto nicht zum offiziellen Beitragsservice, sondern wurde bei einer spanischen Bank mit deutscher Niederlassung eingerichtet. Auch die Absenderadresse gibt Hinweise: Offizielle E-Mails des Beitragsservice enden auf „@rundfunkbeitrag.de“. Andere Domain-Endungen sollten misstrauisch machen.
So schützen Sie sich vor Phishing
Die Verbraucherzentrale NRW rät dringend davon ab, auf die Schreiben zu reagieren oder Geld zu überweisen. Wer unsicher ist, sollte direkt beim offiziellen Beitragsservice nachfragen. Experten empfehlen, Links aus E-Mails, SMS oder Nachrichten in sozialen Netzwerken nicht anzuklicken, sondern Internetadressen manuell im Browser einzugeben. Bei Zahlungen sollten nur Methoden genutzt werden, bei denen eine Rückbuchung möglich ist.
Besonders perfide ist die Aufforderung zur Sofort-Überweisung, die verhindern soll, dass Betroffene die Zahlung später stoppen oder zurückholen können. Grundsätzlich sollten Verbraucher bei Zahlungsaufforderungen mit extrem kurzen Fristen aufmerksam bleiben und die Echtheit prüfen.



