Blutbad in kleiner Ortschaft: Zehn Tote nach Schüssen an Schule in Kanada
In der abgelegenen Gemeinde Tumbler Ridge in der Provinz British Columbia hat sich eine der schlimmsten Bluttaten mit Schusswaffen in der kanadischen Geschichte ereignet. Bei einem Vorfall an einer Schule kamen zehn Menschen ums Leben, darunter laut Polizeiangaben eine Frau, die als mutmaßliche Täterin gilt. Die Tragödie hat die kleine Ortschaft mit nur 2.700 Einwohnern erschüttert und nationale Bestürzung ausgelöst.
Details zum Vorfall und Opferzahlen
Die Polizei wurde am Dienstag gegen 13.20 Uhr Ortszeit über Schüsse an der Schule informiert und traf wenige Minuten später ein. In der Schule wurden sieben Leichen gefunden, während etwa zwei Dutzend weitere Personen verletzt wurden. An einem anderen Ort, der wahrscheinlich mit der Tat in Verbindung steht, entdeckten die Ermittler zwei weitere Tote. Insgesamt beläuft sich die Zahl der Opfer auf zehn, wobei die mutmaßliche Täterin durch eine selbst zugefügte Verletzung starb. Ihre Identität wurde inzwischen bestätigt, doch über das Motiv herrscht noch Rätselraten. Die Polizei hat keine Angaben dazu gemacht, ob es sich bei den Toten um Kinder oder Lehrkräfte handelt, da zunächst die Identifizierung der Opfer und die Benachrichtigung der Familien Priorität haben.
Reaktionen aus der Gemeinde und Politik
Bürgermeister Darryl Krakowka beschrieb die enge Gemeinschaft in Tumbler Ridge: „Ich bin seit 19 Jahren hier, wir sind eine kleine Gemeinde. Ich bezeichne sie nicht als Einwohner, ich bezeichne sie als Familie.“ Die Schüler erlebten den Vorfall als „fast surreal“, wie ein Jugendlicher dem Sender CBC berichtete. Sie verbarrikadierten Türen mit Tischen, während ein Alarmsignal ertönte. Provinz-Premier David Eby äußerte sich ähnlich bestürzt und betonte, dass solche Ereignisse gefühlt nur anderswo passieren. Der kanadische Premierminister Mark Carney sagte seine Reise zur Sicherheitskonferenz in München ab und kondolierte auf der Plattform X. Aus Deutschland übermittelte Bundeskanzler Friedrich Merz sein Beileid, während Frankreichs Präsident Emmanuel Macron seine Solidarität mit den Opferfamilien bekundete.
Historischer Kontext und Waffengesetze
Dieser Vorfall gilt als der tödlichste an einer kanadischen Ausbildungsstätte seit fast 40 Jahren, vergleichbar mit dem Massaker von 1989 in Montreal, bei dem 14 Studentinnen erschossen wurden. Experten führen die vergleichsweise geringere Waffengewalt in Kanada auf strengere Waffengesetze zurück, im Gegensatz zu den USA, wo ähnliche Vorfälle häufiger vorkommen. Die Polizei hatte während der Ermittlungen nach einer „braunhaarigen Frau in einem Kleid“ gefahndet und die Bevölkerung aufgefordert, in ihren Häusern zu bleiben. Aus Datenschutzgründen wurden zunächst keine weiteren Details veröffentlicht. Die Tragödie wird nach Ansicht von Eby noch jahrelang nachwirken und die Gemeinschaft nachhaltig prägen.



