Anti-Terror-Polizei übernimmt Ermittlungen nach Brandanschlag auf Synagoge in London
Nach einer besorgniserregenden Serie von Angriffen auf jüdische Einrichtungen in der britischen Hauptstadt hat die Anti-Terror-Polizei die Ermittlungen übernommen. In der Nacht zum Sonntag wurde die Kenton United Synagoge im nordwestlichen Londoner Stadtteil Harrow zum Ziel eines Brandanschlags. Unbekannte Täter warfen einen Brandbeschleuniger durch ein Fenster des Gotteshauses.
Dritte Attacke innerhalb einer Woche
Eine Polizeistreife entdeckte das beschädigte Fenster kurz nach Mitternacht. Obwohl das Feuer keinen größeren Schaden anrichtete, markiert dieser Vorfall bereits den dritten Angriff auf jüdische Ziele in London innerhalb weniger Tage. Die Polizei verstärkte umgehend ihre Präsenz in der betroffenen Gegend und zog bewaffnete Einheiten sowie Spezialkräfte der Anti-Terror-Abteilung zusammen.
Der britische Oberrabbiner Ephraim Mirvis warnte am Sonntag öffentlich vor einer eskalierenden Gewaltkampagne gegen die jüdische Gemeinde. Auf der Plattform X sprach er von einer »Kampagne der Gewalt und Einschüchterung«, die sich zunehmend beschleunige. Zwar seien bei den jüngsten Vorfällen glücklicherweise keine Personen zu Schaden gekommen, doch dürfe die Gesellschaft nicht warten, bis die volle Gefährlichkeit dieser Entwicklung erkannt werde.
Premierminister verurteilt antisemitische Angriffe
Auch Premierminister Keir Starmer äußerte sich entsetzt über die versuchten Brandanschläge. In einer Stellungnahme auf X betonte er: »Das ist abscheulich und wird nicht toleriert. Angriffe auf unsere jüdische Gemeinde sind Angriffe auf Großbritannien.« Starmer kündigte an, die Polizeipräsenz weiter zu erhöhen und die Verantwortlichen zur Rechenschaft zu ziehen.
Die pro-iranische Gruppierung Harakat Ashab al-Jamin al-Islamija bekannte sich zu dem jüngsten Anschlag und veröffentlichte in sozialen Medien ein entsprechendes Video. Die Organisation erklärte zudem, für eine Reihe von Attacken auf US-amerikanische, israelische und jüdische Ziele in ganz Europa verantwortlich zu sein.
Ähnlichkeiten zu früheren Vorfällen
Erst am Freitagabend hatte es einen weiteren Brandanschlag auf Räumlichkeiten in einem überwiegend von Juden bewohnten Stadtteil Londons gegeben. Bei dem Angriff im nordwestlichen Hendon auf ehemalige Büros einer jüdischen Hilfsorganisation blieb es ebenfalls bei Sachschaden. Wie im Fall der Synagoge übernahm eine Anti-Terror-Einheit die Ermittlungen.
Die Londoner Polizei erklärte, dass zwar noch kein direkter Zusammenhang zu ähnlichen Brandanschlägen der vergangenen Wochen nachgewiesen werden könne, jedoch auffällige Ähnlichkeiten bestehen. In den vergangenen Wochen häuften sich die Angriffe auf jüdische Einrichtungen in Großbritannien:
- Am Mittwoch wurden nach einem Brandanschlag auf eine Synagoge im Stadtteil Finchley zwei Verdächtige festgenommen.
- Im März wurden im Londoner Stadtteil Golders Green vier Krankenwagen einer jüdischen Hilfsorganisation in Brand gesetzt.
- Drei mutmaßliche Täter wurden festgenommen, die Polizei wertete den Vorfall als antisemitisch motiviert.
Vorsichtsmaßnahmen und Beruhigung
Im Zusammenhang mit dem jüngsten Anschlag wurde vorsorglich ein Bereich um die israelische Botschaft in London abgesperrt. Grund waren Berichte über mögliche Drohnenangriffe mit gefährlichen Substanzen. Die Polizei gab später Entwarnung und bestätigte, dass die gefundenen Gegenstände keine schädlichen Stoffe enthielten.
Der örtliche Polizeichef Luke Williams betonte, man nehme die Sorgen der Bevölkerung und insbesondere der jüdischen Gemeinden sehr ernst. Die Anti-Terror-Polizei leite die Ermittlungen zu allen diesen Vorfällen, da die Umstände ähnlich seien und es im Internet entsprechende Bekenntnisse gebe. Die Ermittlungen laufen auf Hochtouren, während die jüdische Gemeinde Großbritanniens unter erhöhtem Schutz steht.



