Briefzusteller vor Gericht: Bankkarten aus Post gefischt?
Briefzusteller: Bankkarten aus Post gefischt?

Ein Briefzusteller steht vor dem Amtsgericht Tiergarten, weil er im großen Stil Bankkarten aus der Post abgefangen und Konten geplündert haben soll. Dem 27-jährigen Angeklagten werden 83 Taten zur Last gelegt. Er soll insgesamt rund 100.000 Euro von fremden Konten abgehoben haben. Zu Prozessbeginn erklärte sein Verteidiger, der Mandant werde sich zunächst nicht äußern.

Anklagepunkte und Vorgehen

Die Anklage lautet auf gewerbsmäßigen Computerbetrug, Diebstahl und Verletzung des Post- und Fernmeldegeheimnisses. Ab Juli 2024 soll der Briefzusteller, der nach eigenen Angaben bei der Deutschen Post beschäftigt war, unbefugt Postsendungen mit Bankkarten und PIN-Mitteilungen an sich genommen haben. In 77 Fällen soll er von den betroffenen Konten Geld abgehoben haben. In sechs weiteren Fällen habe er Postsendungen mit Zahlungskarten oder PIN gestohlen, diese aber noch nicht eingesetzt.

24 Bankkonten betroffen

Laut Ermittlungen wurden von 24 Bankkonten teilweise mehrmals Beträge abgehoben. Bis zu 16.000 Euro seien von den betroffenen Konten verschwunden. Videoaufnahmen, die den mutmaßlichen Täter bei Geldabhebungen zeigen sollen, führten auf die Spur des Angeklagten. Er wurde vor zwei Monaten festgenommen und befindet sich seither in Untersuchungshaft.

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Ein Polizist sagte als erster Zeuge aus, dass im Zustellbereich des Angeklagten in Berlin-Spandau immer wieder Anzeigen wegen verschwundener Bankbriefe eingingen. Bei einer Durchsuchung vor zwei Monaten wurden bei dem 27-Jährigen weitere Briefe mit Bankkarten gefunden, „die ihm nicht gehörten“.

Der Prozess ist bislang mit zwei weiteren Verhandlungstagen bis zum 10. Juni terminiert.

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