Bundesliga und DAZN erzielen Gerichtssieg gegen Streaming-Piraterie
Bundesliga und DAZN: Sieg gegen Streaming-Piraten

Die Deutsche Fußball Liga (DFL) und der Streaming-Dienst DAZN haben einen bedeutenden Erfolg im Kampf gegen Internet-Piraterie erzielt. Vor Gericht erwirkten sie die Sperrung der Webseite livetv.sx, die seit mehr als 13 Jahren illegal Fußball-Streams anbot und für einen Großteil der illegalen Streams im deutschsprachigen Raum verantwortlich sein soll.

Entscheidung der Clearingstelle Urheberrecht im Internet

Der Fall wurde von der Clearingstelle Urheberrecht im Internet (CUII) verfolgt, unterstützt durch Daten der DFL und von DAZN. Die CUII untersucht illegale Angebote und leitet rechtliche Schritte ein. Die Gerichtsentscheidung ordnet nun die Sperrung des Anbieters an, der trotz jahrelanger Aktivität nun gestoppt werden konnte.

DAZN-CEO betont langjährigen Kampf gegen Piraterie

Alice Mascia, CEO von DAZN DACH, erklärte: „Bei DAZN bekämpfen wir illegale Streaming-Anbieter wie livetv.sx bereits seit Jahren als Teil eines umfassenderen, branchenweiten Ansatzes – sowohl auf globaler als auch auf regionaler Ebene. Dabei konnten wir über die Jahre hinweg bemerkenswerte Erfolge erzielen. In diesem Kampf darf man jedoch nie nachlassen, da diese Seiten von kriminellen Organisationen betrieben werden, die über mehrere Rechtsräume hinweg agieren und kontinuierlich Domains sowie technische Infrastruktur wechseln, um Maßnahmen zu umgehen. Dadurch sind klassische Abschaltungen weitgehend wirkungslos. Dieser Fall zeigt, dass koordinierte Maßnahmen zwischen Plattformen, Rechteinhabern und Durchsetzungsbehörden diesen Kreislauf durchbrechen und greifbare Ergebnisse liefern können.“

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Schäden durch Piraterie im Sport enorm

Laut Schätzungen belaufen sich die Schäden durch Piraterie im Sport auf bis zu 28 Milliarden Dollar jährlich. Mascia betont: „Für DAZN untergräbt dies direkt den Wert der Rechte, in die wir erheblich investieren. Die Auswirkungen gehen jedoch weit darüber hinaus: Sie betreffen das gesamte Ökosystem – von Ligen und Vereinen über Spieler bis hin zu Produktion und Innovation.“

Risiken für Nutzer illegaler Streams

Die DAZN-Chefin warnt auch vor den Gefahren für Nutzer: „Gleichzeitig sind sich viele Nutzer der Risiken nicht bewusst, denen sie sich aussetzen. Illegale Streaming-Seiten werden von kriminellen Organisationen betrieben und sind mit Schadsoftware, Datendiebstahl, der Ausnutzung von Daten im Darknet sowie betrügerischer Werbung verbunden. Je nach Rechtsraum können sich Nutzer zudem rechtlichen Konsequenzen aussetzen. Letztlich schadet dies auch den Fans, da es eine der zentralen Einnahmequellen für Vereine und Ligen beeinträchtigt und damit einschränkt, wie viel in das Produkt und das Zuschauererlebnis reinvestiert werden kann.“

Präzedenzfall für zukünftige Durchsetzungsmaßnahmen

Wenn zu viele Einnahmen durch Piraterie verloren gingen, würde dies auch auf Kosten der zahlenden Kunden gehen. „Zugleich setzt dieser Erfolg einen wichtigen Präzedenzfall und erhöht die Wirksamkeit zukünftiger Durchsetzungsmaßnahmen“, sagt Mascia. „Langfristig ist die Bekämpfung von Piraterie in großem Maßstab entscheidend, um ein nachhaltiges Marktumfeld zu sichern, einschließlich eines Investitions- und Preisniveaus, das sowohl für Plattformen als auch für Fans tragfähig bleibt.“

DFL-Geschäftsführer begrüßt Entscheidung

Steffen Merkel, DFL-Geschäftsführer, erklärte: „Diese Entscheidung ist von großer Bedeutung für den Rechteschutz, ein Bereich, in den die Bundesliga seit vielen Jahren investiert und in dem sie umfassende Maßnahmen umsetzt. Dadurch können wir nun in Zusammenarbeit mit internationalen Organisationen wie der CUII, Strafverfolgungsbehörden und unseren Partnern wirksamer denn je gegen illegale Streaming-Netzwerke vorgehen. Wir danken allen Beteiligten für ihre enge Zusammenarbeit und ihr entschlossenes Handeln.“

Der Erfolg gegen livetv.sx zeigt, dass koordinierte Aktionen von Rechteinhabern, Plattformen und Behörden effektiv sein können, um die Verbreitung illegaler Streams einzudämmen und die Interessen der Sportindustrie zu schützen.

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