Kohlenmonoxid-Vorfall legt 24-Stunden-Kart-Event in Rostock lahm
Ein defektes Abgas-System hat am vergangenen Wochenende ein spektakuläres 24-Stunden-Go-Kart-Rennen in Rostock-Schmarl abrupt beendet. In der Kart-Halle in der Industriestraße kam es zu einem gefährlichen Zwischenfall, bei dem mehrere Personen eine Kohlenmonoxid-Vergiftung erlitten. Die Berufsfeuerwehr Rostock musste mit einem Großaufgebot anrücken, um die Situation unter Kontrolle zu bringen.
Feuerwehr-Einsatz mit Messwagen für Gefahrstoffe
Am Samstagabend, dem 28. März, gegen 20 Uhr, erreichte die Leitstelle der Berufsfeuerwehr Rostock einen Notruf aus der Go-Kart-Halle. Mehrere Besucher des Langstreckenrennens klagten über Atemwegsreizungen und allgemeines Unwohlsein. Umgehend wurden sechs Fahrzeuge der Feuerwehr sowie Polizeikräfte nach Schmarl entsandt. Unter den alarmierten Einheiten befand sich auch ein spezieller Messwagen für Gefahrstoffe, der für derartige Einsätze unverzichtbar ist.
Bei ihrem Eintreffen an der Einsatzstelle schlugen sowohl die tragbaren CO-Warner der Einsatzkräfte als auch das stationäre Messgerät sofort Alarm. Es wurden deutlich erhöhte Werte von Kohlenmonoxid festgestellt – einem extrem giftigen Gas, das farb-, geruch- und geschmacklos ist und daher besonders tückisch wirkt. Die Einsatzleitung ordnete daraufhin die sofortige Evakuierung aller anwesenden Personen an.
Rund 70 Gäste müssen Halle verlassen
Insgesamt waren etwa 70 Personen von der Evakuierungsmaßnahme betroffen. Sie mussten umgehend das Hauptgebäude der Kart-Halle verlassen, darunter Besucher aus dem Bistro und den Aufenthaltsbereichen. Alle Evakuierten wurden in die Lobby des angrenzenden HCC-Gebäudes gebracht, wo sie vorübergehend untergebracht wurden. Unterdessen führten Feuerwehrleute unter schwerem Atemschutz weitere Messungen in den verschiedenen Räumen der Halle durch, um das genaue Ausmaß der Kontamination zu ermitteln.
Um die gefährliche Kohlenmonoxid-Konzentration in der Luft zu senken, setzten die Einsatzkräfte spezielle Überdrucklüfter ein. Diese Geräte pumpen frische Luft in die betroffenen Bereiche und drücken so die verunreinigte Luft nach außen. Diese Maßnahme erwies sich als erfolgreich, sodass die Werte nach und nach sanken.
Drei Verletzte mit Vergiftungsverdacht
Laut Polizeiangaben klagten insgesamt drei Personen über typische Symptome einer Kohlenmonoxid-Vergiftung. Diese umfassen unter anderem Kopfschmerzen, Schwindel, Übelkeit und Bewusstseinsstörungen. Alle drei Betroffenen wurden vorsorglich mit Rettungswagen in umliegende Krankenhäuser gebracht. Erfreulicherweise konnten sie die medizinischen Einrichtungen nach kurzer Behandlung bereits wieder verlassen und es bestand keine akute Lebensgefahr.
Ein hinzugezogener Notarzt untersuchte die verbliebenen evakuierten Personen, die keine Beschwerden zeigten. Gegen 21.50 Uhr am Samstagabend waren schließlich keine erhöhten Kohlenmonoxid-Werte mehr in der Halle messbar. Die Einsatzleitung erlaubte daraufhin den Gästen, kurzzeitig das Gebäude zu betreten, um ihre persönlichen Wertsachen zu holen. Gegen 22.15 Uhr konnten alle Besucher den Ort des Geschehens endgültig verlassen.
Defekte Abgasanlage als Ursache identifiziert
Die Übergabe der Halle an den Eigentümer erfolgte schließlich gegen 22.30 Uhr. Nach ersten Ermittlungen von Feuerwehr und Polizei war die Ursache für die erhöhten Kohlenmonoxid-Werte eine defekte Abgasanlage in der Go-Kart-Halle. Offenbar konnte das giftige Gas nicht ordnungsgemäß abgeführt werden und sammelte sich stattdessen in den Innenräumen an.
Da es sich bei dem Vorfall um einen technischen Defekt handelt und kein vorsätzliches Fehlverhalten vorlag, schließen sich für die Polizei keine weiteren strafrechtlichen Ermittlungen an. Der Vorfall unterstreicht jedoch die Bedeutung regelmäßiger Wartungen und Sicherheitschecks in solchen Freizeiteinrichtungen, um derartige gefährliche Situationen von vornherein zu vermeiden.



