Cold Case nach 37 Jahren gelöst: Leiche aus Godelheimer See identifiziert
Cold Case gelöst: Leiche aus Godelheimer See identifiziert

Ein rätselhafter Leichenfund aus einem Badesee bei Höxter beschäftigt die Ermittler seit über zwei Jahrzehnten. Nun ist der Cold Case nach 37 Jahren gelöst. Im Mai 2001 entdeckten Ausbildungstaucher im Godelheimer See grausige Überreste: Teile eines stark verwesten, weiblichen Leichnams lagen am Grund. Trotz einer groß angelegten Suchaktion fanden Polizeitaucher lediglich Becken- und Beinknochen. Kopf und Oberkörper blieben verschwunden. Die Identität der Toten war völlig unklar. Die Ermittler gingen zunächst von einem Verbrechen aus.

Vermisst seit 1988

Jetzt steht fest: Bei der Toten handelt es sich um eine 25-jährige Krankengymnastikschülerin aus Hannover, die am 28. September 1988 aus ihrer Wohngemeinschaft in Höxter verschwand. Jahrzehntelang galt sie als vermisst. Erst im Februar 2026 nahm die Cold Case-Einheit den Fall wieder auf und wandte sich an die Öffentlichkeit. Sieben Hinweise gingen ein. Der entscheidende kam von einer ehemaligen Mitschülerin, die sich an das plötzliche Verschwinden im Jahr 1988 erinnerte.

DNA bringt den Durchbruch

In einem ähnlichen Vermisstenfall lag bereits eine Speichelprobe des Bruders der Frau vor. Die Ermittler aus Hannover stellten das DNA-Profil den Kollegen in Bielefeld zur Verfügung. „Bereits bei der ersten Inaugenscheinnahme der beiden DNA-Meldebögen fielen deutliche Ähnlichkeiten auf“, so die Polizei. „Aus diesem Grund haben wir ein Institut für forensische Molekulargenetik mit der Erstellung eines Gutachtens beauftragt. Auf der Grundlage dieser Untersuchung steht nun fest, dass die Abgleichsperson und die bislang unbekannte weibliche Leiche aus dem Godelheimer See Geschwister sind.“ Damit war klar: Die Tote ist Martina Sch., 170 Zentimeter groß, mit blauen Augen und mittelblonden Haaren.

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Kein Verbrechen

Die junge Frau hatte vor ihrem Verschwinden eine kurze Notiz hinterlassen, die heute als Abschiedsbrief gewertet wird. Nach erneuter Prüfung des Falls gehen die Ermittler nicht mehr von einem Verbrechen aus. Die Umstände sprechen laut Polizei für einen Suizid. Auch das damals entdeckte Paketband an den Beinen passt nach Einschätzung der Ermittler zu dieser Theorie. Es könnte zur Beschwerung oder zur Einschränkung der eigenen Bewegungsfreiheit beim „Ins-Wasser-Gehen“ genutzt worden sein. Für die Angehörigen endet damit eine jahrzehntelange Ungewissheit.

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