Ein Instagram-Post von Muscheln am Strand könnte dem früheren FBI-Chef James Comey zum Verhängnis werden. Das US-Justizministerium hat erneut Anklage gegen ihn erhoben. Ihm wird vorgeworfen, damit wissentlich eine Morddrohung gegen Präsident Donald Trump verbreitet zu haben.
Muschelformation als Mordaufruf interpretiert
Comey hatte im Mai 2025 ein Bild von Muscheln auf Instagram hochgeladen, die die Zahlen „86 47“ zeigten. Trump, der 47. Präsident der USA, und dessen Unterstützer interpretierten dies als Aufruf zum Attentat. „86“ ist ein veralteter, umgangssprachlicher Ausdruck, der in Gastronomien in den Dreißigerjahren entstanden ist und damals bedeutete, dass etwas ausverkauft war. Später wurde daraus „loswerden“ oder „abweisen“. Der Anklage zufolge steht die Zahl in Kombination mit der „47“ für eine ernst gemeinte Absicht, Trump Schaden zuzufügen.
Comey löschte den Post
In einem Interview im Mai vergangenen Jahres hatte Trump gegenüber dem Nachrichtensender Fox News gesagt, Comey wisse genau, was die Zahlen bedeuteten, jedes Kind wisse das. Der Post habe „laut und deutlich“ von Ermordung gesprochen. Comey löschte den Post und schrieb später auf Instagram, er habe in der Muschelformation eine politische Botschaft gesehen. Dass er damit zu Gewalt gegen Trump aufrufen wollte, wies er zurück. „Mir war nicht bewusst, dass manche Leute diese Zahlen mit Gewalt assoziieren“, schrieb er.
Mögliche Haftstrafe von bis zu zehn Jahren
Dem ehemaligen FBI-Direktor drohe bei einer Verurteilung eine Haftstrafe von bis zu zehn Jahren, sagte der amtierende Justizminister Todd Blanche bei einer Pressekonferenz. Er machte auf Nachfragen keine Angaben dazu, wie die Ankläger beweisen wollen, dass Comey böswillige Absichten gehabt habe – und warum die Ermittlungen fast ein Jahr andauerten.
Zweite Klage gegen Comey
Es ist das zweite Mal, dass die Trump-Regierung eine Klage gegen Comey anstrebt. Im November hatte ein Bundesgericht eine Anklage gegen den Kritiker von Präsident Trump mit anderen Vorwürfen abgewiesen. Das Gericht begründete dies in seiner Entscheidung damit, dass die mit dem Verfahren befasste Staatsanwältin durch das US-Justizministerium nicht hätte ernannt werden dürfen. Trump hatte Comey in seiner ersten Amtszeit im Kontext der Ermittlungen zu russischer Einflussnahme auf die US-Wahlen 2016 gefeuert. Das FBI hatte damals mögliche Verbindungen zwischen Moskau und Mitgliedern aus Trumps Wahlkampfteam untersucht.



