Schafweiden wirken friedlich, doch in der Verfilmung des Bestsellers „Glennkill: Ein Schafskrimi“ geschieht ein Mord, und die Schafe ermitteln. Die Synchronsprecher Anke Engelke und Bastian Pastewka sehen in den Tieren ein Vorbild für Teamwork.
Schafe als Teamplayer
Weil sie oft stoisch auf der Weide stehen oder hintereinander hertrotten, gelten Schafe manchmal als dumm. Doch damit könnte jetzt Schluss sein, glaubt Komiker und Schauspieler Bastian Pastewka (54): „Nach diesem Film nicht mehr!“ Pastewka leiht in „Glennkill“ dem gutmütigen Schaf Mopple seine Stimme. Auch Comedy-Kollegin Anke Engelke (60) brach auf dem grasgrünen Teppich der Deutschlandpremiere in Berlin eine Lanze für die vierbeinigen Wollknäuel: „Spätestens nach dem Film denkt man: Schafe sind Teamplayer!“ Pastewka ergänzt: „Und das sollten wir von ihnen lernen!“
Negative Ereignisse nicht vergessen
Eine andere Eigenschaft der sprechenden Schafe wollen Engelke und Pastewka jedoch nicht übernehmen: nach negativen Ereignissen einfach bis drei zu zählen und alles zu vergessen. „Ich glaube, es macht uns als Menschen aus, dass wir alles wissen, was wir gemacht und erlebt haben“, sagte Pastewka der dpa. Engelke ergänzt: „Wir können aus dem lernen, was passiert ist. Verdrängen oder vergessen und sagen, dann ist es weg – das finde ich schwierig. Es ist nicht weg. Es ist geschehen.“ Auch schlimme private Erlebnisse sollte man nur zeitweise ausblenden: „Das mal in eine Schublade zu packen und zu sagen: Warte mal ein paar Jährchen, aber irgendwann hole ich dich wieder raus. Du Geschehnis, du Trauer, du Schmerz, ich muss dich dann noch mal angucken und schauen, wie ich mit dir umgehe. Das ist wichtig.“
Herausforderung Synchronisation
In „Glennkill: Ein Schafskrimi“, der Verfilmung des internationalen Bestsellers von Leonie Swann, spricht Engelke die Chefermittlerin Lily, das klügste Schaf auf der Weide. Das sei im Synchronstudio manchmal anstrengend und kurios gewesen, erzählte Engelke dem Premierenpublikum: „Das kann auch schon mal nur Atmer-Atmer-Geräusch-Mäh-Atmer-Atmer sein“. Engelke hat bereits viele berühmte Filmtiere synchronisiert, etwa Dorie aus „Findet Nemo“. Tierische Sprechrollen nehme sie genauso ernst wie menschliche: „Am Ende geht es um das Schauspiel. Wenn die Geschichte stimmt und wenn die Figur interessant ist, dann sage ich eigentlich zu. Ob das jetzt ein Schaf ist oder ein Mensch oder ein Fisch oder eine Maus.“



