Lahav Shani dirigiert kalten Mahler bei Münchner Philharmonikern
Lahav Shani: Kalter Mahler bei Münchner Philharmonikern

Kritik: Lahav Shanis kalter Mahler in der Isarphilharmonie

Viel Lärm, wenig Gefühl – so lässt sich der Auftritt der Münchner Philharmoniker unter ihrem designierten Chefdirigenten Lahav Shani in der Isarphilharmonie zusammenfassen. Das Konzert am 24. April 2026 hinterließ bei den Zuhörern gemischte Gefühle. Shani, der ab der nächsten Saison das Orchester leiten wird, präsentierte eine Interpretation von Gustav Mahlers Sinfonie, die vor allem durch technische Perfektion glänzte, aber emotional kalt blieb.

Technische Brillanz ohne Tiefe

Shani führte das Orchester mit präzisen Gesten und ließ die komplexen Strukturen der Partitur klar hervortreten. Die Münchner Philharmoniker spielte mit gewohnter Virtuosität, doch es fehlte an jener emotionalen Wärme, die Mahlers Musik oft auszeichnet. Die dynamischen Kontraste waren sorgfältig ausgearbeitet, aber die leisen Passagen wirkten distanziert, die lauten Ausbrüche eher mechanisch als leidenschaftlich.

Seong-Jin Cho als Lichtblick

Ein Höhepunkt des Abends war der Auftritt des Pianisten Seong-Jin Cho. Er spielte ein Klavierkonzert von Beethoven mit einer solchen Sensibilität und Ausdruckskraft, dass er das Publikum im Sturm eroberte. Seine Interpretation war sowohl technisch makellos als auch emotional berührend – ein Kontrast zu Shanis eher kühler Orchesterleitung.

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Fazit

Das Konzert zeigte Shanis Potenzial als Dirigent, offenbarte aber auch Schwächen in der emotionalen Vermittlung. Während die Münchner Philharmoniker unter seiner Leitung sicherlich technisch auf höchstem Niveau spielen werden, bleibt abzuwarten, ob er auch die Herzen der Zuhörer erreichen kann. Der Abend in der Isarphilharmonie war ein vielversprechender, aber noch nicht vollends überzeugender Auftakt seiner Amtszeit.

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