Die Gewalt im Gazastreifen dauert trotz der bestehenden Waffenruhe zwischen Israel und der Hamas an. Wie die Nachrichtenagenturen dpa und Reuters übereinstimmend unter Berufung auf palästinensische Angaben berichten, sind bei israelischen Angriffen in dem Küstengebiet mindestens drei Menschen getötet und weitere verletzt worden. Laut Reuters soll ein neunjähriger Junge bei einem Drohnenangriff im Osten von Chan Junis ums Leben gekommen sein. Bei einem Luftschlag auf ein Fahrzeug in Gaza-Stadt wurden zwei weitere Menschen getötet und mehrere Personen verletzt.
Militärangaben zu den Vorfällen
Die israelische Zeitung „Times of Israel“ zitierte das Militär mit den Worten, dass im Fall des getöteten Kindes Soldaten einen Verdächtigen angegriffen hätten, der sich ihnen in einem von Israel kontrollierten Gebiet genähert und eine Bedrohung dargestellt habe. Bei der Attacke in Gaza-Stadt habe es sich um einen Schlag gegen einen „Terroristen“ gehandelt. Die genauen Umstände der Angriffe bleiben jedoch unklar.
Mehr als 800 Tote seit Waffenruhe
Seit Oktober vergangenen Jahres herrscht offiziell eine Feuerpause im Gazakrieg. Dennoch bleibt die Lage angespannt, und immer wieder kommt es zu tödlichen Zwischenfällen. Nach Angaben der von der Hamas kontrollierten Gesundheitsbehörde wurden seit Beginn der Waffenruhe mehr als 800 Palästinenser getötet. Auch mehrere israelische Soldaten kamen ums Leben. Die Versorgungslage in dem abgeriegelten Gebiet ist weiterhin katastrophal.
Gas- und Wasserknappheit
Wie Reuters unter Berufung auf Familienangehörige des getöteten Neunjährigen berichtet, soll der Junge zum Zeitpunkt des Angriffs Pappe gesammelt haben. „Wir haben kein Gas. Wir sammeln Pappe, um zu backen“, sagte eine Verwandte. Auch sauberes Trinkwasser ist nach wie vor rar. Die Krise verschärfe sich durch israelische Angriffe, kritisierte Unicef kürzlich. Nach der Tötung zweier Lkw-Fahrer, die im Auftrag der Organisation sauberes Wasser geliefert hatten, setzte Unicef die Lieferungen aus. Laut der israelischen Zeitung Haaretz sind noch immer Tausende Palästinenser unter den Trümmern zerstörter Wohnhäuser begraben.



