Mexikos Drogenkartell-Chef »El Mencho« getötet – Anhänger zünden Autos an, Flüge gestrichen
Drogenboss »El Mencho« tot – Kartell reagiert mit Gewaltwelle

Mexikos mächtigster Drogenboss bei Militäreinsatz getötet – Kartell entfesselt Gewaltwelle

In Mexiko herrscht nach dem gewaltsamen Tod des einflussreichsten Drogenbarons des Landes, Nemesio Oseguera Cervantes – besser bekannt unter seinem Spitznamen »El Mencho« – ein beispielloses Chaos. Der Anführer des gefürchteten Kartells Jalisco Nueva Generación (CJNG) wurde bei einer Militäroperation in der Stadt Tapalpa schwer verletzt und starb laut Armeeangaben während eines Transports in die Hauptstadt Mexiko-Stadt.

Brandstiftungen und Straßensperren legen Teile Mexikos lahm

Als Reaktion auf den Tod ihres Anführers haben Anhänger des Kartells in mehreren Bundesstaaten eine Welle der Gewalt und Zerstörung ausgelöst. Autos, Bankfilialen, Tankstellen und Geschäfte wurden in Brand gesetzt, während gleichzeitig Stützpunkte der Nationalgarde angegriffen wurden. Örtliche Medien berichten von Toten und Verletzten bei diesen Ausschreitungen.

Die deutsche Botschaft in Mexiko warnte umgehend vor den sich ausbreitenden Unruhen. In einer offiziellen Mitteilung hieß es: »In verschiedenen Landesteilen kommt es zu Unruhen, Straßensperren und Brandstiftungen.« Die diplomatische Vertretung riet deutschen Staatsbürgern dringend:

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  • Sich an sicheren Orten wie Hotels aufzuhalten
  • Auf nicht unbedingt erforderliche Fahrten zu verzichten
  • Menschenansammlungen zu meiden
  • Bei Straßensperren nicht Widerstand zu leisten oder zu flüchten

Tourismuszentren betroffen – Flugverbindungen gestrichen

Die Gewalt erreichte auch beliebte Touristenzentren. Neben Warnungen für die karibischen Urlaubsorte Cancún, Cozumel und Tulum wurden Flugverbindungen nach Puerto Vallarta gestrichen oder umgeleitet. Die Pazifikstadt war ebenfalls von den Ausschreitungen betroffen, wie Rauchwolken über der Stadt zeigten.

Besondere Aufmerksamkeit erregten Vorfälle in Guadalajara, einer der drei mexikanischen Austragungsstädte für die Fußball-Weltmeisterschaft 2026. Das Turnier wird Mexiko gemeinsam mit den USA und Kanada ab Juni ausrichten.

Präsidentin Sheinbaum ruft zur Besonnenheit auf

Mexikos Präsidentin Claudia Sheinbaum rief die Bevölkerung zur Ruhe auf: »Wir müssen informiert bleiben und Ruhe bewahren«, schrieb sie in einer öffentlichen Stellungnahme. Die Sicherheitskräfte des Landes wurden in erhöhte Alarmbereitschaft versetzt.

Im Bundesstaat Michoacán, der Geburtsregion von »El Mencho«, fiel der Unterricht an Schulen und anderen Bildungseinrichtungen aus. Gouverneur Alfredo Ramírez begründete diese Maßnahme mit den anhaltenden Sicherheitsbedenken.

Historische Dimension der Gewaltwelle

Die aktuellen Ausschreitungen übertreffen selbst die Reaktionen nach der Festnahme des berüchtigten Drogenbosses Joaquín »El Chapo« Guzmán im Jahr 2016. Der ehemalige Anführer des Sinaloa-Kartells verbüßt derzeit eine lebenslange Haftstrafe in den Vereinigten Staaten.

Beim Militäreinsatz gegen »El Mencho« kamen nach Angaben des Verteidigungsministeriums sieben Bandenmitglieder ums Leben, darunter der 59-jährige Kartellchef. Drei Soldaten wurden bei der Operation verletzt.

Internationale Bedeutung des Kartells

Die US-Regierung stuft das Jalisco Nueva Generación Kartell als ausländische Terrororganisation ein und hatte für die Ergreifung von »El Mencho« eine Belohnung von 15 Millionen US-Dollar (etwa 12,7 Millionen Euro) ausgesetzt. Die USA begrüßten die Tötung als »eine großartige Entwicklung für Mexiko, die USA, Lateinamerika und die ganze Welt«.

Der ehemalige Polizist führte das von ihm gegründete Kartell seit 2011 an. Es gilt in Mexiko als das gebietsweise am weitesten verbreitete Verbrechersyndikat und operiert nach Angaben US-amerikanischer Behörden als transnationale Organisation mit Verbindungen bis nach China und Australien. Neben dem Handel mit der hochgefährlichen Droge Fentanyl ist das Kartell in zahlreiche kriminelle Aktivitäten verwickelt:

  1. Erpressung
  2. Schleusung von Migranten
  3. Diebstahl von Öl und Mineralien
  4. Waffenhandel

Die diplomatischen Vertretungen mehrerer Länder, darunter die USA und Deutschland, haben ihre Bürgerinnen und Bürger in Mexiko zu erhöhter Wachsamkeit aufgerufen und die Reise- und Sicherheitshinweise aktualisiert.

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