Nach einer Serie von Rinder-Diebstählen in Brandenburg hat die Polizei ihre Maßnahmen deutlich verstärkt. Neben nächtlichen Kontrollen von Tiertransporten wurde eine spezielle Ermittlungsgruppe namens „Weide“ eingerichtet. Brandenburgs Innenminister Jan Redmann (CDU) kündigte bei einem Besuch in einem betroffenen Agrarbetrieb in Herzberg (Elbe-Elster-Kreis) an, dass die Polizei künftig vor allem in den frühen Morgenstunden und nachts Viehtransporte kontrollieren werde. Ziel sei es, Diebstähle dieser Größenordnung möglicherweise auf frischer Tat zu klären.
Zusammenarbeit mit Polen
Redmann betonte, dass es einen Austausch mit der polnischen Polizei gebe, um in der Grenzregion Viehtransporte stärker in den Fokus zu nehmen. Möglicherweise habe sich eine Tätergruppe in Osteuropa oder sogar außerhalb der EU auf diese Taten spezialisiert. Die Sorge sei groß, dass weitere Fälle hinzukommen könnten.
Ermittlungsgruppe „Weide“
Die Polizei hat die Ermittlungsgruppe „Weide“ gebildet, um die Taten aufzuklären. Polizeipräsident Oliver Stepien erklärte, dies sei keine leichte Aufgabe. Die Polizei berate zudem mit Agrarbetrieben, wie sie den Schutz vor Viehdieben erhöhen könnten. Minister Redmann wies darauf hin, dass es unmöglich sei, jede Koppel in Brandenburg mit einem Streifenwagen zu versehen.
Schaden von 337.000 Euro
Seit März gab es vier Fälle von Rinder-Diebstahl von Weiden und aus Ställen, überwiegend im südlichen Brandenburg. Insgesamt wurden 233 Rinder gestohlen, wie Redmann mitteilte. Der Gesamtschaden betrage 337.000 Euro. „Man sieht, das ist eine Größenordnung, die für die einzelnen Betriebe existenzgefährdend wird“, so der Minister.
Agrarministerin Hanka Mittelstädt (SPD) sagte, es sei davon auszugehen, dass die gestohlenen Tiere weiterhin zur Zucht genutzt werden sollen oder in die Schlachtung gehen. Bereits vor rund zehn Jahren hatte es in Brandenburg eine größere Serie von Vieh-Diebstählen gegeben.



