Ex-Fußballprofi Marc Lorenz droht bis zu 10 Jahre Haft wegen Betrugsvorwürfen
Ex-Profi Lorenz: Bis zu 10 Jahre Haft wegen Betrugs drohen

Schwere Vorwürfe gegen Ex-Fußballprofi Marc Lorenz

Die Staatsanwaltschaft Münster hat offiziell Anklage gegen den ehemaligen Zweitliga-Fußballprofi Marc Lorenz erhoben. Dem 37-jährigen Ex-Kapitän von Preußen Münster wird gewerbsmäßiger Betrug in zehn Fällen vorgeworfen. Lorenz soll zwischen Dezember 2022 und Juni 2025 seine lokale Prominenz genutzt haben, um Spendenaktionen für wohltätige Zwecke zu initiieren.

Vorwürfe im Detail

Die eingesammelten Gelder in Höhe von rund 54.000 Euro wurden laut Anklage nicht wie vorgesehen oder erst verspätet weitergeleitet. Betroffen sind unter anderem die „Clinic Clowns“ des Universitätsklinikums sowie eine Familie, deren wenige Monate altes Kind verstorben war. Lorenz bestreitet die Vorwürfe über seinen Verteidiger und erklärt, die Spendenerlöse seien lediglich wegen privater Schwierigkeiten verzögert weitergeleitet worden.

Mögliche Konsequenzen

Rechtsanwalt Hans Reinhardt, Fachanwalt für Strafrecht, bewertet die Situation als ernst: „Für gewerbsmäßigen Betrug gilt ein Strafrahmen von sechs Monaten bis zu zehn Jahren. Es handelt sich hier um kein Kavaliersdelikt, insbesondere da karitative Einrichtungen belogen wurden.“ Reinhardt betont, dass eine Strategie der Reue und eines Geständnisses möglicherweise zu einer Bewährungsstrafe führen könnte, während Schutzbehauptungen das Risiko einer Freiheitsstrafe über zwei Jahren erhöhen würden.

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Sportliche und persönliche Folgen

Der Verein Preußen Münster hatte Lorenz unmittelbar nach Bekanntwerden der Vorwürfe fristlos entlassen, obwohl beide Seiten sich später außergerichtlich einigten. Sportlich befindet sich der Zweitligist in einer schwierigen Situation als Tabellenschlusslicht, genau zu einem Zeitpunkt, wo die Führungsqualitäten von Lorenz besonders gefehlt werden. Die Mannschaft bestreitet am Ostersonntag ein wichtiges Keller-Duell bei Holstein Kiel.

Für Marc Lorenz, der in seiner Karriere 133 Zweitliga- und 190 Drittligaeinsätze absolvierte und als Doppelaufstiegs-Kapitän galt, stellen die Vorwürfe einen schweren Schlag dar. Bis zu einer rechtskräftigen Verurteilung gilt jedoch die Unschuldsvermutung. Die Entwicklung dieses Falls wird sowohl die Fußballwelt als auch die Justizbehörden in Münster weiter beschäftigen.

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