Prozess um Fabians Tod: Gericht analysiert Nachrichten
Fabian-Prozess: Nachrichten im Fokus

Am dritten Verhandlungstag im Prozess um den gewaltsamen Tod des achtjährigen Fabian aus Güstrow stand die Kommunikation zwischen seinem Vater und der Angeklagten im Mittelpunkt. Der Vorsitzende Richter Holger Schütt vom Landgericht Rostock ging mit dem Vater die Nachrichten vom Tag des Verschwindens des Jungen durch, teils in Minutenschritten.

Kommunikationsanalyse des Bundeskriminalamts

Das Bundeskriminalamt hatte eine spezielle Kommunikationsanalyse für den 35-jährigen Vater und die 30-jährige Angeklagte erstellt, die eine mehrjährige Beziehung miteinander hatten. Laut der Analyse zeigte die Frau in Nachrichten normalerweise wenig Interesse an der Familie oder dem Befinden des Mannes. Richter Schütt wies jedoch darauf hin, dass sie am Tag von Fabians Verschwinden mehrfach nachfragte, was den Vater beschäftige. Dieser hatte zuvor Andeutungen gemacht, aber noch nicht preisgegeben, dass sein Sohn vermisst wurde. Der Vater sagte im Verfahren, er habe sich nichts dabei gedacht.

Telefonat am Tag des Verschwindens

Ein weiterer Punkt war ein bestimmtes Telefonat zwischen den beiden am Tag des Verschwindens. Fabians Vater gab an, sich nicht mehr erinnern zu können, worum es dabei ging, obwohl er wochenlang darüber nachgedacht habe. Richter Schütt bemerkte, dass er sich wahrscheinlich an jede Minute erinnern könnte, wenn sein einziges Kind verschwinde.

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Die Staatsanwaltschaft wirft der deutschen Angeklagten vor, den Jungen im Oktober des Vorjahres mit einem Messer getötet zu haben. Laut Anklage sollen Beziehungsprobleme mit Fabians Vater eine Rolle gespielt haben.

Beziehungsprobleme im Fokus

Die im Prozess präsentierten Nachrichten machten deutlich, dass der Vater und die Angeklagte auch nach der Trennung ausgiebig über die Probleme ihrer Beziehung diskutierten. „Sie drehen die Beziehung hin und her“, sagte Richter Schütt. Dabei ging es wiederholt um das angespannte Verhältnis der Beschuldigten zur Familie von Fabians Vater. Sie störte sich unter anderem daran, dass er für Absprachen bezüglich des Sohnes Kontakt mit der Mutter hielt. Kurz vor Fabians Verschwinden hatten sich der Vater und die Angeklagte zeitweise wieder angenähert.

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