Fall Guthrie: Festgenommene Person nach Vernehmung wieder freigelassen
Im Fall der seit rund zehn Tagen vermissten Nancy Guthrie, der 84-jährigen Mutter der bekannten US-Fernsehmoderatorin Savannah Guthrie, ist eine zuvor festgenommene Person nach einer intensiven Vernehmung wieder auf freien Fuß gesetzt worden. Dies berichtete der CNN-Tochtersender KNXV unter Berufung auf vertrauliche Quellen, ohne jedoch weitere Details zu den Gründen dieser Entscheidung preiszugeben.
Festnahme und Durchsuchungen in Arizona
Die Festnahme der Person erfolgte zuvor in Rio Rico, einer Ortschaft etwa 100 Kilometer südlich von Tucson im Bundesstaat Arizona. Gleichzeitig führten die Ermittlungsbehörden umfangreiche Durchsuchungen sowohl eines Fahrzeugs als auch eines Hauses in der Stadt durch. Trotz dieser Maßnahmen bleibt der genaue Aufenthaltsort von Nancy Guthrie, die aus ihrem Wohnhaus in Tucson verschwand, weiterhin vollkommen unbekannt. Der Sender KNXV zitierte in diesem Zusammenhang eine vertrauliche Quelle aus Strafverfolgungskreisen, die diese unbefriedigende Situation bestätigte.
Beteiligung des FBI und widersprüchliche Berichte
Nach Angaben von ABC News, die sich auf einen anonymen Beamten beriefen, erfolgte die Festnahme mit direkter Unterstützung des Bundesamts für Untersuchungen (FBI). Der konkurrierende Sender NBC News meldete unter Berufung auf eine mit der Angelegenheit vertraute Person, dass es sich bei der festgenommenen Person um einen Mann handele. Allerdings wurde laut CNN bisher keine formelle Anklage gegen die betreffende Person erhoben, was die komplexe und undurchsichtige Ermittlungslage unterstreicht.
Seit Ende Januar vermisst – Ermittler gehen von Entführung aus
Seit Ende Januar fehlt von Nancy Guthrie jede Spur, was in den Vereinigten Staaten für erhebliche mediale Aufmerksamkeit sorgt. Die zuständigen Ermittler gehen mittlerweile von einer gewaltsamen Entführung aus. Guthrie und ihre beiden Geschwister wandten sich in den vergangenen Tagen nach mehreren Erpressungsschreiben wiederholt in emotionalen Videobotschaften an die bislang unbekannten mutmaßlichen Entführer. In diesen Botschaften deuteten sie zuletzt sogar eine mögliche Lösegeldzahlung an, um die Freilassung ihrer Mutter zu erreichen.
Verstrichene Frist und ausgesetzte Belohnung
Eine im Rahmen der Erpressung geforderte Frist zur Zahlung von sechs Millionen US-Dollar, umgerechnet etwa 5,05 Millionen Euro, war bereits am Montagabend verstrichen. Die konkreten Folgen dieses Verstreichens sind derzeit noch völlig unklar und werden von den Ermittlern intensiv analysiert. Das FBI setzte zuletzt eine substantielle Belohnung von 50.000 US-Dollar für entscheidende Hinweise aus, die entweder zur Auffindung von Nancy Guthrie oder zur Festnahme und späteren Verurteilung der Verantwortlichen führen könnten.
Die Geschwister Guthrie haben sich in den vergangenen Tagen erneut in bewegenden Videobotschaften an die unbekannten Täter gewandt und appellieren weiterhin an die Öffentlichkeit um Mithilfe. Der Fall bleibt damit eines der rätselhaftesten und medienwirksamsten Verbrechen der jüngeren Zeit in den USA.



