Krypto-Betrüger nutzt falsche Todesmeldung der ältesten Schildkröte der Welt für Spendenbetrug
Falsche Todesmeldung: Älteste Schildkröte Opfer von Krypto-Betrügern

Betrügerische Falschmeldung: Älteste Schildkröte der Welt angeblich tot

In der Nacht zum Mittwoch verbreitete sich eine schockierende Nachricht wie ein Lauffeuer durch internationale Medien: Jonathan, die älteste Schildkröte und das älteste Landlebewesen der Welt, sei im stolzen Alter von 193 Jahren verstorben. Auf dem sozialen Netzwerk X postete ein angeblicher Beitrag von Tierarzt Joe Hollins, dem betreuenden Veterinär des Reptils, die traurige Meldung. „Mit großem Bedauern teile ich mit, dass unser geliebter Jonathan, das älteste lebende Landtier der Welt, heute friedlich auf St. Helena verstorben ist“, hieß es in dem gefälschten Post. Renommierte Nachrichtenportale wie die BBC, Daily Mail und USA Today griffen die Information zunächst auf.

Die Wahrheit kommt ans Licht

Am Donnerstagvormittag stellte sich jedoch heraus: Bei der Todesmeldung handelte es sich um einen dreisten Betrugsversuch. Der echte Tierarzt Joe Hollins klärte gegenüber USA Today auf: „Jonathan, die Schildkröte, ist quicklebendig. Ich glaube, auf X bittet die Person, die sich als ich ausgibt, um Kryptospenden. Es ist also kein Aprilscherz, sondern Betrug.“ Der Gouverneur von St. Helena, Nigel Phillips, in dessen Garten Jonathan lebt, wurde am Mittwochabend mit besorgten Nachrichten überhäuft. Er suchte das Gelände ab und fand die Schildkröte wohlbehalten unter einem Baum schlafend vor.

Das Leben des rekordverdächtigen Reptils

Laut den Guinness World Records wird angenommen, dass Jonathan um das Jahr 1832 geboren wurde. Als er 1882 von den Seychellen nach St. Helena gebracht wurde, schätzte man sein Alter bereits auf mindestens 50 Jahre. Das Tier genießt heute ein sorgloses Leben mit regelmäßiger Pflege durch ein engagiertes Team um Tierarzt Hollins. Einmal wöchentlich erhält Jonathan eine spezielle Fütterung mit Obst und Gemüse, um alle wichtigen Vitamine und Spurenelemente zu gewährleisten. Trotz seines hohen Alters und eingeschränkter Sinneswahrnehmungen – Jonathan kann nicht mehr sehen und riechen – besitzt er nach wie vor eine außergewöhnliche Libido und paart sich regelmäßig mit seinen beiden Artgenossen.

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Hintergründe des Betrugsversuchs

Recherchen des britischen Guardian ergaben, dass der betrügerische X-Account in Brasilien angelegt wurde. Die Identität der Person, die mit der falschen Todesmeldung Geld verdienen wollte, bleibt bisher unbekannt. Der Vorfall zeigt, wie leicht emotionale Themen für kriminelle Machenschaften missbraucht werden können. Jonathan bleibt weiterhin eine lebende Legende auf der abgelegenen Insel im Südatlantik und hoffentlich noch viele Jahre ein Symbol für Langlebigkeit und Widerstandsfähigkeit.

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