FBI prüft antisemitisches Motiv nach Lkw-Angriff auf Synagoge in Michigan
Ein bewaffneter Mann ist mit einem Lastwagen in die Synagoge Temple Israel in West Bloomfield, einem Vorort von Detroit im US-Bundesstaat Michigan, gerast. Bei einem anschließenden Schusswechsel mit Sicherheitskräften kam der Angreifer ums Leben. Die US-Bundespolizei FBI hat Ermittlungen wegen eines möglichen gezielten Gewaltaktes gegen die jüdische Gemeinde eingeleitet, wie die leitende Sonderermittlerin Jennifer Runyan am Donnerstag mitteilte.
Details zum Vorfall und den Ermittlungen
Nach Polizeiangaben durchbrach der Lkw das Tor des Gebäudekomplexes und blieb im Eingangsbereich stehen, wo er in Brand geriet. Eine Sicherheitskraft wurde bei dem Angriff verletzt, während sich Kinder und Mitarbeiter in der Synagoge aufhielten, die jedoch unverletzt blieben. Etwa 30 Polizeibeamte erlitten Rauchvergiftungen und mussten ins Krankenhaus gebracht werden. Der Polizeichef des Verwaltungsbezirks Oakland, Michael Bouchard, erklärte, die Leiche des Angreifers wies schwere Brandverletzungen auf, und Spürhunde durchsuchten den Lkw nach möglichem Sprengstoff. Die Identität des Täters und sein Motiv sind noch unklar, ebenso ob es sich um einen Einzeltäter handelte.
Reaktionen von Politik und Behörden
US-Präsident Donald Trump zeigte sich schockiert und nannte den Vorfall eine schreckliche Sache. Die Gouverneurin von Michigan, Gretchen Whitmer, verurteilte den Angriff scharf und betonte, die jüdische Gemeinde müsse in Frieden leben können. Der israelische Außenminister Gideon Saar äußerte sich schockiert und warnte vor Antisemitismus. Die Synagoge Temple Israel gilt als eine der größten in den USA mit rund 12.000 Mitgliedern und umfasst eine Vorschule und Religionsschule.
Hintergrund und aktuelle Entwicklungen
Der Vorfall ereignete sich vor dem Hintergrund jüngster Angriffe auf jüdische Gotteshäuser in Nordamerika, darunter drei Schusswaffenvorfälle in Toronto. Der frühere US-Botschafter in Israel, Tom Nides, verwies auf den wachsenden Antisemitismus und den Zusammenhang mit dem Irankrieg, obwohl das Motiv in Michigan noch nicht bestätigt ist. Das FBI untersucht nun, ob es sich um einen antisemitisch motivierten Akt handelt, während die Ermittlungen andauern.



