Zum zehnten Todestag der chinesischen Studentin Yangjie Li versammelten sich am Montag, dem 11. Mai, Menschen in der Dessauer Hausmannstraße, um der Ermordeten zu gedenken. In der Nähe des Fundorts der Leiche legten sie weiße Rosen nieder und hielten eine stille Gedenkminute ab. Die Atmosphäre war von Trauer und Respekt geprägt.
Lautstarke Demonstration der Gruppe „Rote Zora“
Kurz nach 18 Uhr näherte sich jedoch ein Demonstrationszug der links-feministischen Frauengruppe „Zora Dessau“ dem Ort des Gedenkens. Die Teilnehmerinnen skandierten laute Parolen, was bei den Anwesenden für Irritationen sorgte. Viele Gedenkteilnehmer empfanden die Aktion als störend und respektlos gegenüber dem stillen Gedenken an die ermordete Studentin.
Kontroverse um den Zeitpunkt und Ort der Demo
Die Wahl des Zeitpunkts und des Ortes der Demonstration stieß auf Kritik. Einige Beobachter fragten sich, ob die Aktion dem Gedenken an Yangjie Li eher geschadet als genützt habe. Die Gruppe „Zora Dessau“ selbst verteidigte ihr Vorgehen und betonte, dass sie mit ihrer Aktion auf feministische Anliegen aufmerksam machen wollte. Dennoch blieb der Eindruck einer missglückten Koexistenz zweier Veranstaltungen.
Hintergrund: Der Mord an Yangjie Li
Yangjie Li, eine chinesische Studentin, war vor zehn Jahren in Dessau ermordet worden. Der Fall hatte damals international für Aufsehen gesorgt und die deutsch-chinesischen Beziehungen belastet. Die genauen Umstände der Tat sind bis heute nicht vollständig geklärt, was immer wieder zu Spekulationen und politischen Spannungen führt.
Das stille Gedenken in der Hausmannstraße sollte ein Zeichen der Anteilnahme und des Respekts setzen. Die laute Demonstration der „Roten Zora“ überschattete jedoch diese Absicht und führte zu einer öffentlichen Diskussion über angemessene Formen des Protests und des Gedenkens.



