Gewalt gegen Bahnmitarbeiter: Diese Züge sind besonders gefährlich
Gewalt gegen Bahnmitarbeiter: Gefährliche Züge

Die Meldungen über Angriffe auf Mitarbeiter der Deutschen Bahn häufen sich und werden immer brutaler. Am 3. Februar 2026 wurde ein Zugbegleiter in einem Regionalexpress nahe Landstuhl bei einem Angriff lebensgefährlich verletzt; er erlag einen Tag später seinen Verletzungen. Am selben Tag attackierten Unbekannte am Bahnhof Hamburg-Dammtor einen Aufsichtsmitarbeiter der Bahn mit Schlägen und Tritten gegen den Kopf. Nun liegen aktuelle Zahlen zur Gewalt gegen Bahnmitarbeiter vor, die ein erschreckendes Bild zeichnen.

Steigende Opferzahlen seit 2019

Die Anzahl der Bahnmitarbeiter, die im Dienst Opfer einer Gewalttat wurden, ist von 1.882 im Jahr 2019 auf 3.023 im Jahr 2025 gestiegen. Dies geht aus der Antwort der Bundesregierung auf eine Kleine Anfrage der AfD-Fraktion hervor. Das Bundesministerium erklärt den Anstieg unter anderem mit der Zunahme der Fahrgastzahlen nach der Corona-Pandemie. Dadurch fänden auch vermehrt Kontrollen in Zügen und an Bahnhöfen statt. Besonders bei Fahrausweiskontrollen, der Prüfung von Personaldokumenten und der Durchsetzung des Hausrechts zeigten Menschen eine aggressivere Haltung gegenüber Mitarbeitern in Unternehmensbekleidung, die oft in verbalen und tätlichen Übergriffen münde.

Regionalverkehr am stärksten betroffen

Die meisten gewalttätigen Angriffe ereignen sich laut der Antwort der Bundesregierung im Regionalverkehr, gefolgt vom Nahverkehr und den Fernverbindungen. Besonders betroffen sind die Bundesländer Berlin, Nordrhein-Westfalen und Bayern. Rund 50 Prozent der Tatverdächtigen sind deutscher Herkunft, die andere Hälfte hat einen ausländischen Hintergrund.

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Bodycams als Schutzmaßnahme

Die Deutsche Bahn setzt seit 2024 auf freiwilliger Basis Bodycams für Kundenbetreuer im Nahverkehr ein. Aktuell nutzen etwa 1.400 der rund 5.500 Kundenbetreuer diese Technologie. Bei der DB-Sicherheit tragen 173 Mitarbeiter anlassbezogen oder dauerhaft Bodycams. Seit 2025 laufen zudem Pilotprojekte mit Bodycams im Fernverkehr. Die Geräte sollen dazu beitragen, Gewalt zu deeskalieren und Beweise zu sichern.

Die Zahlen zeigen einen alarmierenden Trend, der nach Ansicht von Experten nur durch konsequente Prävention, mehr Sicherheitspersonal und eine bessere Schulung der Mitarbeiter eingedämmt werden kann. Die Diskussion um mehr Schutz für Bahnmitarbeiter dürfte in den kommenden Monaten weiter an Fahrt gewinnen.

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