Gewalt gegen Rettungskräfte in Niedersachsen steigt weiter an – Opposition fordert Schutzmaßnahmen
Gewalt gegen Rettungskräfte in Niedersachsen steigt weiter

Gewalt gegen Rettungskräfte in Niedersachsen nimmt weiter zu

In Niedersachsen ist die Zahl der Angriffe auf Feuerwehrleute und andere Rettungskräfte im vergangenen Jahr erneut gestiegen. Das Innenministerium in Hannover teilte auf Anfrage der CDU im Landtag mit, dass 2025 insgesamt 360 Fälle registriert wurden. Damit setzt sich der seit Jahren anhaltende Anstieg fort: 2024 waren es 313 Fälle, während 2020 noch 207 Fälle verzeichnet wurden.

Alarmierende Entwicklung seit Jahren

Der CDU-Innenpolitiker André Bock bezeichnete die Entwicklung als alarmierend. Er forderte schnellere Verfahren, eine konsequente Strafverfolgung und spürbare Strafen, um den Trend einzudämmen. Gleichzeitig müssten die Einsatzkräfte besser geschützt werden – etwa mit Stichschutzwesten sowie Body- und Dashcams, also Kameras am Körper oder an Einsatzwagen.

„Rot-Grün hat das abgelehnt“, sagte Bock. Andere Bundesländer machten gute Erfahrungen mit spezialisierten Staatsanwaltschaften und beschleunigten Verfahren bei Angriffen auf Einsatzkräfte. „Diese Ansätze sollten wir auch in Niedersachsen jetzt ernsthaft prüfen und ohne Zeitverzug umsetzen“, betonte der CDU-Politiker.

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Polizei am häufigsten betroffen

Innenministerin Daniela Behrens (SPD) hatte bei der Vorstellung des Lagebilds 2024 zur Gewalt gegen Einsatzkräfte im Dezember erklärt: „Wir können und dürfen es niemals hinnehmen, dass diejenigen, die uns schützen und ihr Leben für unsere Sicherheit riskieren, im Gegenzug angegriffen und verletzt werden.“ Dies gelte für Polizistinnen und Polizisten ebenso wie für die Einsatzkräfte bei den Rettungsdiensten und Feuerwehren, insbesondere für ehrenamtlich Engagierte.

2024 wurden unter Berücksichtigung von Taten gegen Polizeikräfte insgesamt 4.570 Angriffe gezählt – 103 mehr als im Vorjahr. Das Ministerium zählte in diesem Zeitraum 10.460 Einsatzkräfte als Opfer, wobei die Polizei mit Abstand am häufigsten betroffen war.

Reform des Polizeigesetzes in Arbeit

Mit einer Reform des Polizeigesetzes arbeitet die rot-grüne Landesregierung derzeit daran, den Einsatz von Bodycams auszuweiten – auch zum Schutz der Einsatzkräfte. Diese Maßnahme soll dazu beitragen, die Sicherheit der Retter zu erhöhen und Angriffe besser dokumentieren zu können.

Die steigenden Zahlen verdeutlichen die dringende Notwendigkeit, wirksame Schutzmaßnahmen zu ergreifen, um diejenigen zu schützen, die im Einsatz für die Sicherheit und Rettung anderer ihr Leben riskieren.

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