Großrazzia in Bergkamen: SEK stürmt Drogenküche mit 30.000 Litern Chemikalien
Großrazzia: SEK stürmt Drogenküche mit 30.000 Litern Chemikalien

Spektakuläre Razzia in Hafengebiet: Drogenproduktion im industriellen Maßstab aufgedeckt

Das Bild, das sich den Beamten des Spezialeinsatzkommandos (SEK) am Dienstag, dem 24. März 2026, bot, erinnerte an eine Baustelle – doch der Schein trog. In einer riesigen Lagerhalle im Hafengebiet von Bergkamen (Nordrhein-Westfalen) standen schwarze Mörtelkübel, Schaufeln, Hochdruckreiniger und Gasflaschen bereit. Die eigentliche Bestimmung des Ortes verrieten jedoch die aufgebockten Stahlbehälter, die mit gewaltigen Schläuchen verbunden waren: Hier wurde im industriellen Maßstab Chemie zu illegalen Drogen verarbeitet.

Stürmung um 16:45 Uhr: Vier Männer bei der Arbeit überrascht

Gegen 16:45 Uhr zersplitterten plötzlich Fensterscheiben, und unter lauten „Polizei!“-Rufen stürmte das SEK die Halle. Vier Männer, die offenbar gerade mit der brisanten Produktion beschäftigt waren, wurden auf frischer Tat ertappt. Die Szenerie wirkte wie aus der erfolgreichen US-Krimiserie „Breaking Bad“ entlehnt, in der der Chemielehrer Walter White ähnliche Methoden anwendet.

Festgenommen wurden ein 58-jähriger Niederländer, ein 21-jähriger Deutsch-Türke ohne festen Wohnsitz, ein 23-jähriger Deutscher aus Frechen und ein 24-jähriger Iraker aus Köln. „Wir werfen den Männern die Herstellung und den Handel mit Drogen vor“, erklärte Sonja Frodermann, Sprecherin der Staatsanwaltschaft Dortmund. Bereits am Mittwoch landeten alle vier Verdächtigen vor dem Haftrichter, der für sie Untersuchungshaft anordnete.

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Chemikalien im Wert von Millionen: Feuerwehr und LKA im Dauereinsatz

Die Dimension der illegalen Produktion ist gewaltig. In der Halle fanden die Ermittler bis zu 30.000 Liter chemischer Substanzen in verschiedenen Behältern. Experten der Feuerwehr sicherten die gefährlichen Flüssigkeiten bis in die Abendstunden, während Spezialisten des Landeskriminalamtes (LKA) Düsseldorf stundenlang Spuren sicherten und die Chemikalien abtransportierten.

Ein Polizeibeamter gab gegenüber Medien erste Einschätzungen bekannt: „Ersten Einschätzungen zufolge dürften in der Halle Amphetamine im Wert von über einer Million Euro hergestellt worden sein.“ Die Staatsanwaltschaft wollte diese Angabe nicht kommentieren, da die Ermittlungen noch am Anfang stehen.

Geheimnisvolle Halle mit bewegter Vergangenheit

Die Drogenküche befand sich in einer riesigen Lagerhalle, die ursprünglich für Arbeiten an Segelschiffen errichtet wurde. Später nutzte eine Fensterbaufirma das Gelände. Ein Anwohner berichtete: „Seit etwa einem halben Jahr waren die Festgenommenen auf dem Gelände aktiv. Sie arbeiteten bis in die Nacht. Wir hatten keine Ahnung, was die Männer dort machen. Es gab keinen Anlass für Ärger.“

Wie die Ermittler der Drogenbande auf die Spur kamen, bleibt vorerst geheim. Nach Informationen aus Ermittlerkreisen führte jedoch ein Tipp aus den Niederlanden zu umfangreichen Nachforschungen, die schließlich in der spektakulären Razzia am Dienstag gipfelten. Die Experten der Polizei arbeiten nun daran, genau zu klären, welche Substanzen in den Behältern „gebraut“ wurden und wie weit das Netzwerk der mutmaßlichen Drogenproduzenten reicht.

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