Massiver Steuerbetrug aufgedeckt: Illegale Zigaretten-Fabrik in Düsseldorf-Lierenfeld
In einem spektakulären Fall von organisiertem Steuerbetrug haben vier osteuropäische Männer in einer Lagerhalle in Düsseldorf-Lierenfeld rund 300 Millionen Zigaretten illegal produziert. Das Landgericht Düsseldorf verurteilte die Täter nun zu Haftstrafen zwischen knapp drei und sechs Jahren. Der entstandene Steuerschaden für den Fiskus wird auf gewaltige 54 Millionen Euro geschätzt.
Haftstrafen für kriminelle Vereinigung und Steuerhinterziehung
Die Angeklagten wurden wegen Mitgliedschaft in einer kriminellen Vereinigung und besonders schwerer Steuerhinterziehung schuldig gesprochen. Der Haupttäter muss für sechs Jahre ins Gefängnis, sein Vorarbeiter erhielt eine Freiheitsstrafe von fünf Jahren. Zwei weitere Arbeiter wurden zu drei Jahren und drei Monaten beziehungsweise zwei Jahren und zehn Monaten Haft verurteilt. Das Urteil ist noch nicht rechtskräftig und kann angefochten werden.
Ein Jahr illegale Produktion am Fließband
Über einen Zeitraum von einem Jahr – von April 2024 bis März 2025 – betrieben die Täter in der Halle eine vollständige Zigarettenproduktion am Fließband. Als Zollfahnder im März 2025 zuschlugen, beschlagnahmten sie rund 25 Millionen gefälschte Markenzigaretten und 15 Tonnen Tabak. Allein durch diese beschlagnahmten Waren entstand dem Fiskus ein Schaden von etwa sechs Millionen Euro.
Die Ermittler wurden durch einen Hinweis der italienischen Polizei auf die illegale Fabrik aufmerksam. In der Lagerhalle fanden sie eine komplette Produktionsanlage vor, darunter Tabakschneide- und Trocknungsmaschinen, Stromgeneratoren sowie spezielle Abluftanlagen zur Verschleierung der Aktivitäten.
Ermittlungen gegen Hintermänner laufen weiter
Die Justizbehörden setzen ihre Ermittlungen gegen mutmaßliche Hintermänner fort. Einer der Beschuldigten befindet sich derzeit auf der Flucht und wird international gesucht. Die kriminelle Vereinigung hatte offenbar gut organisierte Strukturen aufgebaut, um die illegale Produktion über einen längeren Zeitraum aufrechtzuerhalten.
Dieser Fall zeigt erneut die Dimensionen des illegalen Zigarettenhandels in Deutschland und die erheblichen finanziellen Verluste für die öffentlichen Kassen. Die Zusammenarbeit internationaler Strafverfolgungsbehörden erwies sich als entscheidend für die Aufdeckung des kriminellen Netzwerks.



