Illegaler Pyrotechnik-Handel in Berlin: 45-Jähriger mit Söhnen vor Gericht
Ein 45-jähriger Mann aus Berlin-Neukölln muss sich vor dem Amtsgericht Tiergarten wegen des illegalen Handels mit Pyrotechnik verantworten. Laut Anklage betrieb er gemeinsam mit seinen zwei jugendlichen Söhnen einen konspirativ organisierten Onlinehandel, über den bundesweit Bestellungen angenommen und ausgeliefert wurden.
Massive Mengen an Feuerwerkskörpern sichergestellt
Bei einer Durchsuchung der Wohnung der Familie wurden rund 200 Kilogramm Pyrotechnik beschlagnahmt. Zusätzlich stellten die Ermittler 50.800 Euro mutmaßlichen Handelserlös sicher. Der Angeklagte gab über seinen Verteidiger zu, „große Mengen“ Pyrotechnik angekauft und verkauft zu haben, bestritt jedoch den Zusammenhang mit dem sichergestellten Geld.
Die Staatsanwaltschaft wirft dem Mann vor, in 53 Fällen ohne erforderliche Erlaubnis mit explosionsgefährlichen Stoffen gehandelt zu haben. Unter den verkauften Artikeln befanden sich laut Anklage über 6.000 Feuerwerkskörper der Kategorie F 4, die ausschließlich für ausgebildete Pyrotechniker mit behördlicher Genehmigung zugelassen sind.
Weitere Vorwürfe: Corona-Soforthilfe erschlichen
Neben dem illegalen Pyrotechnik-Handel steht der 45-Jährige auch wegen Betrugs vor Gericht. Ihm wird vorgeworfen, im Frühjahr 2020 durch neun Anträge 29.000 Euro Corona-Soforthilfe erschlichen zu haben. Eine Rückzahlung sei bislang nicht erfolgt. Zudem werden ihm versuchte gefährliche Körperverletzung und Nötigung zur Last gelegt, da er mit einem Transporter auf einen Zeugen zugerfahren sein soll.
Prozessverlauf und nächste Schritte
Ein erster Prozessanlauf im Herbst des Vorjahres war gescheitert. Für die aktuelle Verhandlung sind bis zum 15. April drei weitere Verhandlungstage geplant. Der Angeklagte wies die Vorwürfe der Körperverletzung und Nötigung zurück und gab an, mit dem Pyrotechnik-Handel lediglich Einnahmen von etwa 8.000 Euro erzielt zu haben.
Die Ermittlungen hatten ergeben, dass der Handel über soziale Netzwerke und verschlüsselte Kommunikationsdienste abgewickelt wurde. Die sichergestellten Feuerwerkskörper, darunter auch lebensgefährliche Kugelbomben, wurden entweder vor Ort ausgeliefert oder per Paket versandt.



