Illegaler Pyrotechnik-Handel in Berlin: 45-Jähriger und seine Söhne vor Gericht
Illegaler Pyrotechnik-Handel: 45-Jähriger vor Gericht

Illegaler Pyrotechnik-Handel in Berlin: 45-Jähriger und seine Söhne vor Gericht

Ein 45-jähriger Mann aus Berlin-Neukölln muss sich vor dem Amtsgericht Tiergarten verantworten. Ihm wird vorgeworfen, einen illegalen Handel mit Pyrotechnik betrieben und dabei tausendfach Großfeuerwerk verkauft zu haben. Laut Anklage soll er gemeinsam mit seinen beiden damals jugendlichen Söhnen einen konspirativ organisierten Onlinehandel geführt haben.

Massive Mengen an Feuerwerkskörpern sichergestellt

Bei einer Durchsuchung der Wohnung der Familie in Berlin-Neukölln wurden rund 200 Kilogramm Pyrotechnik sichergestellt. Zusätzlich beschlagnahmten die Ermittler 50.800 Euro mutmaßlichen Handelserlös. Der Angeklagte gab über seinen Verteidiger zu, „große Mengen“ Pyrotechnik angekauft und Verkäufe getätigt zu haben. Allerdings bestritt er, dass die beschlagnahmten 50.000 Euro mit dem Pyrotechnik-Handel in Verbindung stünden.

Die Staatsanwaltschaft wirft dem Mann vor, im November und Dezember 2023 in 53 Fällen ohne erforderliche Erlaubnis mit explosionsgefährlichen Stoffen umgegangen zu sein. Über soziale Netzwerke und verschlüsselte Kommunikationsdienste sollen er und seine Söhne bundesweit Bestellungen angenommen haben. Diese wurden entweder vor Ort ausgeliefert oder per Paket versandt.

Breites Pickt-Banner — kollaborative Einkaufslisten-App für Telegram

Gefährliches Großfeuerwerk im Angebot

Unter den verkauften Feuerwerkskörpern befanden sich laut Anklage über 6.000 Stück der Kategorie F 4, also Großfeuerwerk. Diese sind ausschließlich für ausgebildete Pyrotechniker mit behördlicher Genehmigung zugelassen. Dazu zählen beispielsweise Kugelbomben, die bei unsachgemäßer Handhabung lebensgefährlich sein können.

Der Angeklagte erklärte, er habe Einnahmen von etwa 8.000 Euro erzielt. Die sichergestellten 50.000 Euro hätten jedoch „nichts mit Pyrotechnik zu tun“ und gehörten nicht ihm.

Weitere Vorwürfe: Corona-Soforthilfe-Betrug und Körperverletzung

Neben dem illegalen Pyrotechnik-Handel steht der 45-Jährige auch wegen Betrugs vor Gericht. Ihm wird vorgeworfen, im Frühjahr 2020 neun Anträge auf Corona-Soforthilfe gestellt und dabei wahrheitswidrige Angaben gemacht zu haben. Er soll so 29.000 Euro erschlichen haben, die bislang nicht zurückgezahlt wurden.

Zudem lasten ihm die Staatsanwaltschaft versuchte gefährliche Körperverletzung und Nötigung an. Er soll mit einem Transporter auf einen Mann zugefahren sein, der in einem Verfahren gegen ihn ausgesagt hatte. Diese Vorwürfe wies der Angeklagte entschieden zurück.

Prozessverlauf und weitere Termine

Ein erster Prozessanlauf war bereits im Herbst des vergangenen Jahres gescheitert. Für die aktuelle Verhandlung sind bislang drei weitere Tage bis zum 15. April geplant. Die Ermittlungen und das Gerichtsverfahren werfen ein Schlaglicht auf die illegalen Strukturen im Pyrotechnik-Handel und die damit verbundenen Gefahren.

Die Behörden betonen, dass der Handel mit Großfeuerwerk ohne Genehmigung nicht nur strafbar ist, sondern auch erhebliche Risiken für die öffentliche Sicherheit birgt. Der Fall unterstreicht die Notwendigkeit strengerer Kontrollen und konsequenter Strafverfolgung in diesem Bereich.

Pickt After-Article-Banner — kollaborative Einkaufslisten-App mit Familien-Illustration