Jugendclub in Neukölln nach schwerem Vorfall geschlossen
Der Jugendclub Wutzkyallee im Berliner Bezirk Neukölln ist amtlich vorläufig geschlossen worden. Grund dafür ist ein schwerwiegender Vergewaltigungsvorfall, der sich im Garten der Einrichtung ereignet haben soll. Laut Angaben soll eine 16-jährige türkisch-kurdische Schülerin von einem arabischen Jugendlichen vergewaltigt, mit einem Tatvideo erpresst und später auch von dessen Clique sexuell bedrängt worden sein. Erschwerend kommt hinzu, dass die Behörden zunächst nicht reagiert haben sollen.
Politische Reaktionen und Vorwürfe der Vertuschung
Die zuständige Jugendstadträtin Sarah Nagel von der Linken erklärte am Montag: „Der Jugendclub Wutzkyallee bleibt zunächst geschlossen. Mein Ziel ist, dass sich alle Kinder und Jugendlichen in den Einrichtungen unseres Bezirks sicher und wohlfühlen können. Sexualisierte Gewalt und patriarchalen Strukturen, die diese begünstigen, muss konsequent begegnet werden.“ Intern gab es jedoch Berichte, dass die Vorgänge vertuscht werden sollten, um muslimische Täter nicht zu stigmatisieren. Weder der Jugendclub noch das Jugendamt hatten zunächst die Polizei eingeschaltet.
Berlins Regierender Bürgermeister Kai Wegner von der CDU erhöhte den Druck auf den Bezirk Neukölln und postete auf Facebook: „Wenn es sich bewahrheitet, dass die Vergewaltigung einer 16-Jährigen aus falsch verstandener kultureller Toleranz oder aus parteipolitischer Taktik bewusst vertuscht wurde, muss es Konsequenzen geben. Personen, die so etwas decken, haben in einem öffentlichen Amt nichts verloren.“ Er betonte, dass der Schutz der jungen Frau oberste Priorität habe und es keinen kulturellen Rabatt für Straftäter geben dürfe.
Widersprüchliche Aussagen und Ermittlungen
Jugendstadträtin Nagel widersprach den Vorwürfen der Vertuschung und erklärte: „Mit heutigem Stand möchte ich klarstellen: Es gab keinerlei Versuch, die Vorwürfe zu vertuschen. Der Hintergrund der Täter spielte zu keinem Zeitpunkt eine Rolle für den Umgang mit den Vorfällen.“ Sie räumte jedoch ein, dass geklärt werden müsse, ob die Bedingungen für den Kinderschutz in der Einrichtung ausreichend waren.
Jugend-Staatssekretär Falko Liecke von der CDU äußerte Bedenken über einen radikalen Wandel im Jugendamt Neukölln seit der Übernahme durch eine Linke-Politikerin. Er schrieb auf Facebook: „Ich war mehr als zehn Jahre lang Jugendstadtrat in Neukölln und weiß, wie konsequent in solchen Fällen gehandelt werden muss.“ Er forderte die zuständige Bezirksstadträtin auf, zu erklären, warum so lange nichts unternommen wurde, und daraus Konsequenzen zu ziehen.
Inzwischen hat die Staatsanwaltschaft Ermittlungen aufgenommen, um die genauen Umstände des Vorfalls und das Verhalten der Behörden zu klären. Die Schließung des Jugendclubs bleibt vorläufig, bis weitere Erkenntnisse vorliegen und Maßnahmen zum Schutz der Jugendlichen umgesetzt werden können.



