In der Jugendanstalt Raßnitz im Saalekreis verbüßen derzeit fünf schwerkriminelle Teenager aus Halle zum Teil lange Haftstrafen. Die Prognose für eine erfolgreiche Resozialisierung ist jedoch düster. Das zeigt: Wer Jugendgewalt eindämmen will, muss früher ansetzen.
Harte Strafen für Bandenköpfe
Es sind heftige Strafen, die die ehemaligen Bandenköpfe aus Halle derzeit in Raßnitz absitzen – allen voran „Gucci-Abdul“. Fünfeinhalb Jahre Haft. Das ist ein außergewöhnliches Urteil für einen Teenager. Doch angesichts der Ruchlosigkeit der Täter ist es richtig, dass die Justiz hart durchgegriffen hat. Die Prognosen für diese schweren Fälle machen aber deutlich, dass solche Strafen nur das letzte Mittel sein können.
Schlechte Chancen auf Resozialisierung
Die Chancen für eine erfolgreiche Resozialisierung stehen schlecht. Zumindest der Lebensweg von „Gucci-Abdul“ ist geprägt von Risikofaktoren: das junge Alter, die Schwere der Taten, die Zwischenfälle im Gefängnis. Das bittere Fazit: Es ist mühsam und wenig erfolgversprechend, junge Schwerkriminelle wieder auf einen straffreien Lebensweg zu leiten.
Prävention als wirksamstes Mittel
Am effektivsten lässt sich Jugendkriminalität bekämpfen, bevor sie passiert. Dabei geht es nicht darum, die Täter zu schonen oder Eltern aus der Verantwortung zu nehmen. Das Ziel müssen nachhaltige Konzepte sein. Und die Fälle aus Halle machen deutlich: Am effektivsten lässt sich Jugendkriminalität bekämpfen, bevor sie passiert – mit Hilfen für Familien, Integrationsangeboten und gut ausgestatteten Schulen.
Das ist am Ende auch für den Steuerzahler günstiger, als zahllose Hafttage und Therapiesitzungen hinter Gittern zu finanzieren. Und nur wer auf legalen Wegen keine Perspektive für sich sieht, wird versuchen, sich mit Fäusten Geltung zu verschaffen.



