In Berlin wurden am Mittwoch sechs Jugendliche im Alter von 16 bis 18 Jahren festgenommen. Ihnen wird vorgeworfen, rund 20 Überfälle auf mutmaßliche Pädokriminelle verübt zu haben. Die Staatsanwaltschaft Berlin teilte dies am Donnerstag mit.
Fake-Profile als Köder
Die Jugendlichen sollen sich in pädokriminellen Chat-Gruppen als Kinder ausgegeben haben, die nach Kontakt zu erwachsenen Männern suchten. Mehrere Männer gingen darauf ein. Michael Petzold von der Staatsanwaltschaft Berlin erklärte: „Unter einem vermeintlichen Vorwand soll es in diesem Zusammenhang zu mehreren Verabredungen im Freien gekommen sein, bei denen die Betroffenen mutmaßlich angegriffen und teilweise um Wertgegenstände beraubt wurden.“
Überfälle und anschließende Ermittlungen
An den Treffpunkten warteten jedoch keine Kinder, sondern die Jugendlichen, die die Männer angriffen und ausraubten. Die Täter gingen offenbar davon aus, dass die mutmaßlichen Pädokriminellen keine Anzeige erstatten würden, da sie sich dabei selbst belasten müssten. Doch genau das geschah: Die Männer erstatteten Anzeige. Die Polizei konnte die Jugendlichen über die Fake-Profile identifizieren.
Durchsuchungen und Beweismittel
Am Mittwoch durchsuchten Polizei und Staatsanwaltschaft die Wohnungen der Verdächtigen in den Berliner Stadtteilen Neu-Hohenschönhausen, Alt-Hohenschönhausen, Köpenick und Lichtenrade. Dabei stellten sie laut Petzold „einen Schlagring, ein Messer, ein Elektroimpulsgerät sowie diverse mobile Endgeräte, digitale Speichermedien und Tatkleidung“ sicher.
Ermittlungen auch gegen mutmaßliche Opfer
Ob sich die Männer durch die Verabredungen mit den vermeintlichen Kindern selbst strafbar gemacht haben, ist noch unklar. „Auch in der Richtung wird natürlich ermittelt“, bestätigte Michael Petzold gegenüber BILD.



