Ein Kinderarzt, der an einer Klinik im Havelland in Brandenburg tätig war, ist wegen Straftaten gegen die sexuelle Selbstbestimmung in 130 Fällen angeklagt worden. Die Staatsanwaltschaft Potsdam teilte mit, dass die Vorwürfe unter anderem schweren sexuellen Missbrauch von Kindern sowie Vergewaltigung umfassen. Viele dieser Taten sollen während seines Dienstes in der Klinik begangen worden sein.
Umfang der Anklage
Die Anklage umfasst insgesamt 130 Fälle, die sich über einen längeren Zeitraum erstrecken. Die genauen Tatzeiträume und das Alter der betroffenen Kinder sind noch nicht vollständig bekannt, jedoch wird von einem schwerwiegenden und systematischen Missbrauch ausgegangen. Die Ermittlungen wurden durch Hinweise aus dem Klinikumfeld ausgelöst.
Reaktionen und Verfahren
Die Klinikleitung zeigte sich bestürzt über die Vorwürfe und betonte, dass man mit den Behörden vollumfänglich kooperiere. Der beschuldigte Arzt wurde bereits suspendiert. Das Landgericht Potsdam wird über die Eröffnung des Hauptverfahrens entscheiden. Die Staatsanwaltschaft geht von einer hohen kriminellen Energie des Angeklagten aus.
Der Fall hat in der Region für großes Entsetzen gesorgt. Eltern und Patienten fordern eine lückenlose Aufklärung. Die Polizei bittet mögliche weitere Opfer oder Zeugen, sich zu melden. Der Arzt selbst hat sich bislang nicht zu den Vorwürfen geäußert.
Die Verhandlung wird voraussichtlich noch in diesem Jahr beginnen. Aufgrund der Vielzahl der Fälle könnte das Verfahren mehrere Monate dauern. Die Staatsanwaltschaft hat bereits umfangreiches Beweismaterial gesichert, darunter Patientenakten und digitale Datenträger.



