Alice Springs (Australien) – Die Hoffnung auf ein Wunder hat sich zerschlagen: Die Suche nach der fünfjährigen Sharon Granites, die in der Nacht von Samstag auf Sonntag aus ihrem Zuhause im australischen Outback entführt wurde, endete tragisch. Die Polizei des Northern Territory bestätigte am Donnerstag den Fund einer Kinderleiche. Forensische Untersuchungen zur Identität und Todesursache sind noch im Gange, doch die Ermittler gehen stark davon aus, dass es sich um das vermisste Mädchen handelt.
Leiche fünf Kilometer vom Verschwindeort entfernt entdeckt
Die Leiche wurde etwa fünf Kilometer von der Stelle entfernt gefunden, an der Sharon zuletzt gesehen wurde. Die Fahndung nach dem mutmaßlichen Täter läuft auf Hochtouren. Jefferson Lewis (47), ein vorbestrafter Krimineller, steht unter dringendem Tatverdacht. Er war erst sechs Tage vor Sharons Verschwinden aus einem nahegelegenen Gefängnis entlassen worden. Lewis soll in der Vergangenheit mehrfach wegen häuslicher und familiärer Gewalt verurteilt worden sein und zuletzt eine 18-monatige Haftstrafe wegen schwerer Gewaltdelikte verbüßt haben.
Verbindung zur Familie und letzte Sichtung
Nach Angaben der Polizei hatte Lewis eine „lose Verbindung“ zur Familie des Kindes. Er hielt sich zum Zeitpunkt des Verschwindens ebenfalls in dem Haus in der indigenen Siedlung auf. Zeugen berichteten der BBC, dass Lewis in der Tatnacht händchenhaltend mit Sharon gesehen worden sei. Ermittlungsleiter Peter Malley erklärte gegenüber Reportern: „Wir gehen davon aus, dass er dieses Kind ermordet hat. Ich sage zu Jefferson Lewis: Wir werden dich holen.“
Herzzerreißende Worte der Mutter
Die Polizei geht davon aus, dass Lewis Unterstützung von Dritten erhalten haben könnte und bittet die Bevölkerung um Hinweise. Da der Flüchtige weder Telefon, Bankkonto noch Auto besitzt, gestaltet sich die Ortung über digitale Spuren schwierig, wie die australische Nachrichtenseite 7news berichtete. Unterdessen wandte sich Sharons Mutter mit einer bewegenden Botschaft an die Öffentlichkeit: „Es wird so schwer sein, den Rest unseres Lebens ohne dich zu verbringen. Wir wissen, dass du im Himmel bei deiner Familie und Jesus bist. Dein Bruder und ich werden dich eines Tages wiedersehen.“ Die Anteilnahme in Alice Springs ist groß; zahlreiche Bewohner legten Blumen vor dem Haus der Familie nieder.



