Kokain-Deal in Starnberger Tiefgarage eskaliert: Tattoo-Mann schießt Rocker nieder
Kokain-Deal eskaliert: Tattoo-Mann schießt Rocker nieder

Kokain-Deal in Starnberger Tiefgarage eskaliert: Tattoo-Mann schießt Rocker nieder

Ein geplanter Drogendeal in einer Tiefgarage im noblen Starnberg ist im April 2025 dramatisch eskaliert. Jetzt beschäftigt der Fall die Münchner Justiz, wobei die beiden ursprünglich überfallenen Dealer wegen versuchten Totschlags angeklagt sind. Die Szenerie könnte kontrastreicher nicht sein: Auf der einen Seite ein schmächtiger Mann mit Sehschwäche, auf der anderen ein muskulöser Bodybuilder-Typ, dessen Gesicht von martialischen Tattoos überzogen ist.

Der Angeklagte: Ein Unternehmersohn mit dunkler Vergangenheit

Daniel Alfonso M. (34) stammt aus Waiblingen in Baden-Württemberg und ist Sohn von Dachdecker-Unternehmern. Seit einem schweren Autounfall ist er krankgeschrieben und gab vor Gericht zu, in einer Abwärtsspirale aus Drogen, Glücksspiel und Prostitution gefangen zu sein. „Ich bin drogen-, spiel- und sexsüchtig“, gestand der Angeklagte dem Münchner Richter. In einer schriftlichen Erklärung seines Anwalts André Miegel wurde er noch deutlicher: „Ohne Kokain ging nichts mehr. Kein Sex und nicht, den Alltag zu meistern.“

Seine Gesichtstattoos lesen sich wie ein persönliches Bekenntnis: Auf dem Hinterkopf prangt das Wort „Calabria“, darunter das Logo der Luxusuhrenmarke Rolex. Am Kinn findet sich eine Anspielung auf den Strafprozess-Paragrafen 136, der das Recht auf Schweigen vor Gericht regelt. Die Zahl 91 über seiner Augenbraue – nicht zu verwechseln mit dem Hells-Angels-Zeichen „81“ – markiert sein Geburtsjahr, während eine Maschinenpistole auf seiner Wange prangt.

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Der Deal: Vier Kilo Kokain und ein verhängnisvoller Treffpunkt

Zusammen mit seinem Fahrer, dem arbeitslosen Aniello E. (35), plante Daniel Alfonso M. im April 2025 den Verkauf von vier Kilogramm Kokain an unbekannte Kunden. Über den verschlüsselten Messengerdienst Signal verabredeten sich die beiden italienischstämmigen Baden-Württemberger mit den vermeintlichen Käufern in einer Tiefgarage am Starnberger See. Was sie nicht ahnten: Ihre Kontaktpersonen waren vier Rocker, die einen Überfall auf die Dealer planten.

Der muskulöse Angeklagte, der Arnold Schwarzenegger als sein Vorbild bezeichnet, hatte aus einem „komischen Gefühl“ heraus eine scharfe Pistole zum Treffen mitgebracht. In der Tiefgarage ging dann alles blitzschnell: Einer der Männer stürmte sofort auf ihn zu und sprühte ihm Pfefferspray ins Gesicht.

Die Eskalation: Schüsse in der Tiefgarage

„Ich wusste nicht, ob sie bereit gewesen wären, für das Kokain zu töten“, schilderte Daniel Alfonso M. seine Panikreaktion. Mit dem linken Arm schützend vor den schmerzenden Augen zog er seine Waffe und feuerte dreimal in Richtung Boden. Eine Kugel durchschoss dabei die Wade eines der Angreifer, des angeblichen Kunden David K. (33), der in Lebensgefahr schwebte und im Krankenhaus Großhadern notoperiert werden musste. Eine weitere Kugel steckte in einem zufällig dort parkenden Auto.

Nach dem Schusswechsel flüchteten die beiden Dealer. Die vier Rocker, gegen die gesondert verhandelt wird, haben sich bisher nicht zu den Tatvorwürfen geäußert.

Die offenen Fragen: Herkunft von Kokain und Waffe

Richter Thomas Bott interessiert vor allem die Herkunft des Kokains mit arabischer Aufschrift und der verwendeten Pistole. Zu diesen Fragen schweigen beide Angeklagten beharrlich. Das Gerichtsverfahren wirft ein grelles Licht auf die dunklen Seiten des Drogenhandels, der selbst vor den feinen Adressen am Starnberger See nicht Halt macht.

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