Lebenslang für Betreuerin nach Mord an 15-Jähriger im Wald bei Göttingen
Lebenslang für Mord an 15-Jähriger im Wald bei Göttingen

Göttingen (Niedersachsen) – Im Prozess um den gewaltsamen Tod der 15-jährigen Schülerin Maya K. in einem Waldstück bei Göttingen ist die Sozialarbeiterin Michelle W. (24) am Dienstag wegen Mordes verurteilt worden. Das Urteil am Landgericht Göttingen: lebenslange Haft! In seiner Urteilsverkündung sagte der Richter in Richtung der ehemaligen Jugendbetreuerin: „Sie sind eine Mörderin.“

Gericht sieht geplanten Mord

Außerdem sah das Gericht es als erwiesen an, dass die tödliche Gewalttat im Vorfeld geplant wurde und sich nicht aus einem eskalierenden Streit entwickelte. Die Schwurgerichtskammer sprach von einem heimtückischen Mord aus niederen Beweggründen. Das Urteil ist noch nicht rechtskräftig.

Tatablauf im Reinhäuser Wald

Nach Überzeugung des Gerichts hatte sich die Betreuerin Michelle W. am 29. Juni 2025 mit Maya K. verabredet und war mit ihr mit einem Auto von Göttingen aus in den Reinhäuser Wald in der Gemeinde Gleichen in Niedersachsen gefahren. Dort tötete die damals 23-Jährige das Mädchen nahe einer Burgruine. Dafür machte die Angeklagte die Jugendliche zunächst mit Augentropfen in einem Energydrink benommen. Dann schlug sie sie mit einem Stein und fügte ihr anschließend für einen Suizid typische Schnittverletzungen am Unterarm zu. Zusätzlich stach sie mit einer Klinge 20 Mal in Hüfte und Oberschenkel von Maya K. Die 15-Jährige verblutete gegen Mitternacht und wurde erst am Morgen von einer Spaziergängerin entdeckt.

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Motive der Täterin

Michelle W. und Maya K. kannten sich aus einer Wohngruppe einer Kinder- und Jugendhilfe, in der die 15-Jährige vorübergehend in Obhut lebte. Hintergrund der Tat seien aber Streitigkeiten der Angeklagten mit ihrem Ex-Partner gewesen, den sie dem Gericht zufolge zurückwollte. Durch den geplanten Mord habe sich Michelle W. Zugang zum Handy von Maya K. verschaffen wollen, um in dessen Namen Nachrichten zu verschicken.

Urteil und Reaktionen

Die Erzieherin aus der Nachbargemeinde Gieboldehausen wurde wenige Tage nach dem Leichenfund festgenommen und saß seitdem in U-Haft. Zwar hatte Michelle W. im Prozess eingeräumt, für den Tod von Maya K. verantwortlich zu sein, doch einen geplanten Mord stritt sie bis zuletzt ab. Mit dem Urteil folgte das Gericht dem Antrag der Staatsanwaltschaft, die zuvor eine lebenslange Haftstrafe gefordert hatte. Der Vertreter der Nebenklage hatte für die Mutter der Getöteten neben der lebenslangen Strafe auch die Feststellung der besonderen Schwere der Schuld gefordert. Die Verteidiger hatten sich für eine Verurteilung wegen fahrlässiger Tötung zu drei Jahren ausgesprochen.

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