Mallorca-Fritzl: 34 Jahre Haft für Missbrauch eines Mädchens
Mallorca-Fritzl: 34 Jahre Haft für Missbrauch

Palma de Mallorca – Fünf Jahre lang war ihr Leben ein Albtraum: Ein Mädchen aus Nigeria wurde im Alter von 12 Jahren von einem Spanier mit falschen Versprechen nach Mallorca gelockt. Statt eines Auswegs aus der Armut wurde es als Sklavin gehalten und systematisch missbraucht. Nun ist das Urteil gefallen: Das Landgericht Palma verurteilte den Täter zu 34 Jahren Haft.

Der Fall erinnert an Verbrechen von Josef Fritzl

Der Fall, der Erinnerungen an die Verbrechen von Josef Fritzl und die Entführung von Natascha Kampusch weckt, wurde im Mai 2024 öffentlich. Ermittler der Guardia Civil nahmen den damals 49-Jährigen fest, nachdem das Mädchen den Mut fand, sein jahrelanges Schweigen zu brechen.

Pädokrimineller missbrauchte Mädchen jahrelang

Schon 2015 lernten sich das Kind und der Mann in Nigeria kennen. Laut Gericht lebte die Familie in „schwerster Armut“, wie die „Mallorca Zeitung“ berichtet. Diese Lage habe der Mann gezielt ausgenutzt und sich der Mutter gegenüber als Menschenfreund ausgegeben. Er versprach ihr und ihren Kindern (damals 3, 5, 7) ein besseres Leben.

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Bereits bei seinem ersten Besuch entwickelte er den Plan, das älteste Mädchen zu seiner Sklavin zu machen. Er gab sich als Retter aus und überzeugte die Mutter zu einer Scheinehe. In den folgenden Jahren reiste er regelmäßig nach Nigeria. Schon damals begann der sexuelle Missbrauch des Kindes. Er verharmloste die Übergriffe laut Gericht als „Akt der Dankbarkeit gegenüber ihrem Retter“, so die Mallorca Zeitung.

Mädchen in Kellerverlies gesperrt

2019 zog das Mädchen auf die Finca des Mannes auf Mallorca. Mit der Ankunft ließ er die 12-Jährige eine Vereinbarung unterschreiben, die zur Hausarbeit verpflichtete und täglichen Missbrauch forderte. Zugleich versprach er, ihre Schwestern nachzuholen, wenn sie seine Erwartungen erfülle. Tat sie das nicht, sperrte er sie in ein verstecktes, dunkles Kellerloch.

Er isolierte das Mädchen vollständig von seiner Mutter. Sie musste in eine andere Wohnung ziehen. Mehr als vier Jahre dauerte das Martyrium des Kindes. Laut dem Urteil wurde es in dieser Zeit nahezu täglich vergewaltigt. Er zwang das Mädchen zudem, ihm Missbrauchsaufnahmen von anderen Minderjährigen zu schicken, und überwachte es mit Kameras rund um die Uhr.

Erst im März 2024 vertraute sich das Mädchen schließlich seiner Mutter an. Gemeinsam erstatteten sie Anzeige bei der Polizei. Der Mann wurde festgenommen und zu 34 Jahren Gefängnis verurteilt. Das Urteil ist noch nicht rechtskräftig.

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