Ein 55-jähriger Mann soll mehr als ein Jahr lang in einem Berliner Hotel gewohnt haben, ohne jemals die Rechnung zu begleichen. Der entstandene Schaden beläuft sich auf über 100.000 Euro, wie die Staatsanwaltschaft mitteilte. Der Angeschuldigte habe dies offenbar von Anfang an geplant. Nun wurde er wegen gewerbsmäßigen Betrugs angeklagt.
Vorwurf: Geplanter Betrug über Monate
Laut Staatsanwaltschaft mietete der Mann im April 2023 ein Zimmer in einem Hotel im Bezirk Treptow-Köpenick an. Das Zimmer nutzte er gemeinsam mit seiner Begleiterin, zwei Kindern und sich selbst. Als Grund für die Anmietung gab er an, dass sein Wohnwagen abgebrannt und er an Krebs erkrankt sei. Beide Behauptungen stellten sich jedoch als falsch heraus.
Darüber hinaus soll der Mann erklärt haben, ein Automobilclub werde für die Kosten aufkommen. Auch diese Aussage erwies sich als unwahr. Über einen Zeitraum von mehr als einem Jahr – bis August 2024 – blieb der Mann in dem Hotel, ohne jemals eine Zahlung zu leisten. Das Hotel erlitt dadurch einen finanziellen Schaden von mehr als 100.000 Euro.
Festnahme und Haftbefehl
Im März 2026 wurde der Angeschuldigte aufgrund eines Haftbefehls festgenommen. Er kam kurzzeitig in Untersuchungshaft, wurde jedoch später wieder entlassen. Die Ermittlungen der Staatsanwaltschaft ergaben, dass der Mann die Taten mit Vorsatz beging. Die Anklage lautet auf gewerbsmäßigen Betrug, da er systematisch und über einen längeren Zeitraum hinweg handelte.
Der Fall sorgt in Berlin für Aufsehen, da es sich um einen ungewöhnlich langen Zeitraum handelt, in dem der Mann unentdeckt im Hotel leben konnte, ohne zu zahlen. Wie es zu dieser Situation kommen konnte, ist noch Gegenstand weiterer Untersuchungen.



