Messerattacke in Bremen: 29-Jähriger wegen Mordes vor Gericht
Messerattacke in Bremen: 29-Jähriger vor Gericht

Vor dem Landgericht Bremen hat der Prozess gegen einen 29-jährigen Deutschen begonnen, der beschuldigt wird, den neuen Freund seiner Ex-Freundin getötet zu haben. Die Staatsanwaltschaft wirft dem Angeklagten vor, dem 34-jährigen Opfer im November 2025 am helllichten Tag auf einer Straße im Bremer Stadtteil Vahr aus niederen Beweggründen mehrfach mit einem Messer in den Rücken gestochen zu haben. Das Opfer erlag einen Tag später im Krankenhaus seinen schweren Verletzungen.

Hintergrund der Tat

Laut Anklage war der Angeklagte mit der neuen Beziehung seiner Ex-Freundin nicht einverstanden. Er habe die Frau für sich allein gewollt und den neuen Partner als Hindernis betrachtet. Der Angeklagte selbst hat sich bislang nicht zu den Vorwürfen geäußert, aber seine Verteidigung kündigte an, dass er dies im Laufe des Verfahrens tun werde.

Aussage des Zeugen

Ein Freund des Opfers sagte als Zeuge aus, dass der Angeklagte um das Treffen gebeten habe, um angeblich nur zu reden. Der Zeuge habe die entsprechende Textnachricht gesehen. Sein Freund habe daher keine Angst vor dem Treffen gehabt. Dennoch habe er ihn vorsorglich begleitet, weil es bereits früher „Ärger“ mit dem Angeklagten gegeben habe. Der Zeuge selbst kannte den Angeklagten jedoch nicht.

Breites Pickt-Banner — kollaborative Einkaufslisten-App für Telegram

Am nasskalten Tag seien die beiden Freunde zuerst am Treffpunkt gewesen – eine Straße mit Wohnblöcken und einer Einkaufszeile. Gemeinsam hätten sie noch einen Joint geraucht. Als der Angeklagte eintraf, habe dieser „sauer“ gewirkt und sofort ein langes Küchenmesser hervorgeholt. Das Opfer sei „total geschockt“ gewesen und habe versucht, sich mit einem Regenschirm und einem Schlagstock zu verteidigen. Der Zeuge sei mit einem Fahrradschloss dazwischengegangen und habe den Angreifer mehrfach aufgefordert, das Messer fallen zu lassen, was dieser schließlich tat. Später habe der 29-Jährige noch ein zweites Messer weggeworfen.

Als das Opfer wegrennen wollte, sei der Angeklagte ihm gefolgt – „Er ist sofort hinterher“, so der Zeuge. Schließlich habe er das Opfer eingeholt und mit einem dritten Messer auf dessen Rücken eingestochen. Danach sei der Täter geflohen. Der Zeuge gab an, noch heute unter der Tat zu leiden und sich in psychologischer Behandlung zu befinden.

Wirbel um angeblichen Bestechungsversuch

Für Verwirrung sorgte die Aussage des Anwalts der Nebenklage, wonach ein Familienmitglied des Angeklagten dem Zeugen eine Nachricht geschickt haben soll, in der 25.000 Euro für eine günstige Aussage geboten wurden. Auf Nachfrage bestätigte der Zeuge, eine solche, wohl spaßig gemeinte Nachricht aus dem Umfeld des Opfers erhalten zu haben. Den Namen wollte er jedoch nicht nennen, um die Person zu schützen. Der Zeuge zeigte sich zunehmend genervt von den Fragen der Prozessbeteiligten.

Der Prozess wird am Donnerstag fortgesetzt.

Pickt After-Article-Banner — kollaborative Einkaufslisten-App mit Familien-Illustration