Spektakuläre Wendung: Rubio als Trumps Nachfolger im Gespräch?
Rubio als Trumps Nachfolger im Gespräch?

Washington – Im Weißen Haus wächst ein Gedanke, der noch vor wenigen Jahren absurd geklungen hätte: Ausgerechnet Marco Rubio könnte 2028 ganz oben landen. Nach Informationen aus dem Umfeld von Donald Trump wird der Außenminister inzwischen von mehreren Insidern als ernsthafter Nachfolgekandidat gehandelt.

Das wäre eine spektakuläre Wendung. Denn Rubio galt lange als Mann von gestern: zu nah am Establishment, zu klassisch republikanisch, zu sehr gezeichnet von seiner gescheiterten Präsidentschaftskampagne 2016. In einer Partei, die sich unter Trump radikal verändert hat, schien für ihn kaum noch Platz zu sein. Jetzt ist plötzlich alles anders.

„Verdammt klug“ und skandalfrei

Der Grund: Rubio hat sich im Machtzentrum West Wing hochgearbeitet. Verbündete Trumps loben seinen Stil, seinen Fleiß und vor allem seine Disziplin. Ein ranghoher Mitarbeiter des Weißen Hauses beschreibt ihn als „loyal, verdammt klug, redegewandt und sehr erfahren“. Andere nennen ihn schlicht: einen Gewinner. Besonders geholfen haben soll Rubio seine Rolle in der harten Amerika-Politik der Regierung in der westlichen Hemisphäre. Er war demnach stark eingebunden in Einsätze gegen mutmaßliche Drogenschiffe sowie in Operationen rund um Venezuela und Kuba. Dazu kommt seine scharfe Linie in der Migrationspolitik: Tausende Studentenvisa wurden widerrufen, Green Cards entzogen, Regeln verschärft.

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Rubio hat die Gefangennahme des venezolanischen Präsidenten Nicolás Maduro mit initiiert. Vor allem aber hat Rubio etwas geschafft, das in Trumps Umfeld fast noch wichtiger ist als Ideologie: Er verursacht keinen Ärger. Keine peinlichen Skandale, keine viral gehenden Fehltritte, keine offenen Machtkämpfe mit dem Präsidenten. Im Gegenteil: Im Weißen Haus heißt es, Rubio habe sich als verlässlich, kontrolliert und absolut teamfähig erwiesen. Sein größter Vorteil ist dabei offenbar die Nähe zu Trump selbst. Als Außenminister und in seiner Rolle als Berater des Nationalen Sicherheitsrats sitzt Rubio direkt an den Schaltstellen der Macht. Er hat ein Büro im West Wing, ist nah dran am Präsidenten, nah dran an den Entscheidungen – und damit auch nah dran an der MAGA-Basis.

Rubios größtes Problem

Sean Spicer, früherer Sprecher des Weißen Hauses, sagt offen, dieser direkte Zugang sei für Rubio „enorm wichtig“ gewesen. Auch intern werde inzwischen registriert, dass Rubio nicht mehr nur Kabinettsmitglied ist, sondern eine politische Option für die Zeit nach Trump. Zahlen stützen diesen Trend. In einer CPAC-Umfrage sprang Rubio binnen eines Jahres von drei auf 35 Prozent. Vizepräsident JD Vance liegt zwar weiter klar vorn, fiel aber von 61 auf 53 Prozent. Auch YouGov registriert, dass Rubio zulegt.

Im Trump-Lager ist damit klar: Vance bleibt Favorit – aber Rubio ist plötzlich im Rennen. Noch hat Trump keinen Nachfolger ausgerufen. Und genau das ist entscheidend. Denn in dieser Partei gilt: Was Trump will, kann die Basis oft sehr schnell akzeptieren. Ein republikanischer Stratege sagt deshalb: Wenn Trump Rubio unterstützen würde, müsste der nicht bei null anfangen. Allerdings gibt es einen Haken: Rubio selbst hat erklärt, er werde Vance die Kandidatur nicht streitig machen. Sollte er bei diesem Versprechen bleiben, wäre seine Chance nur dann realistisch, wenn Vance aus dem Rennen ginge.

Trumps härteste Fans setzen auf Vance

Hinzu kommt: Nicht jeder im MAGA-Lager ist überzeugt. Manche misstrauen Rubio bis heute, weil sie ihn für zu interventionistisch in der Außenpolitik halten und für zu sehr verwurzelt im alten Republikaner-Establishment. Doch selbst Kritiker räumen ein: Rubio hat sich verändert. Im Weißen Haus wird er heute als deutlich lockerer, selbstbewusster und politisch reifer wahrgenommen als noch 2016. Ein Insider formuliert es so: Der Rubio von 2026 wirke wie ein Mann, der nichts mehr beweisen müsse.

Ob das am Ende für das Weiße Haus reicht, ist offen. Noch führen alle Wege über Trump. Und dessen Entscheidung dürfte wohl erst nach den Midterm-Wahlen im November fallen. Bis dahin gilt: JD Vance ist vorn. Aber Marco Rubio ist plötzlich viel mehr als nur ein Name auf einer langen Liste.

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