Neue Tierhaltungs-Kennzeichnung: Gastronomie protestiert gegen geplante Pflicht
Tierhaltungs-Logo: Gastro protestiert gegen Pflicht

Gastrobranche wehrt sich gegen geplante Tierhaltungskennzeichnung

Die schwarz-rote Koalition will die verpflichtende staatliche Tierhaltungskennzeichnung für Fleisch ausweiten. Ab 2027 sollen nicht nur Supermärkte, sondern auch Restaurants, Kantinen und Imbisse ihre Gäste über die Haltungsbedingungen der Tiere informieren. Doch die Branche läuft Sturm gegen die Pläne.

Jana Schimke, Hauptgeschäftsführerin des Deutschen Hotel- und Gaststättenverbands (Dehoga), kritisierte die geplante Regelung scharf. „Der Aufwand für die Betriebe wäre enorm. In wirtschaftlich schwierigen Zeiten ist dies das falsche Signal“, sagte sie der Deutschen Presse-Agentur. „Der Gast kommt, weil es schmeckt und er sich wohlfühlt, nicht wegen eines Schildes vor der Tür.“

Flexibilität der Gastronomie gefährdet

Schimke warnte zudem vor einer Einschränkung der Angebotsvielfalt. „Die für die Gastronomie unverzichtbare Flexibilität, etwa bei kurzfristigen Lieferantenwechseln oder Mischprodukten, ginge verloren.“ Sie forderte, dass Informationen zur Tierhaltung weiterhin freiwillig bleiben müssten. Das geplante Logo umfasst fünf Stufen: von der gesetzlichen Mindestanforderung (Stall) bis zur Bio-Haltung.

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Ministerium legt Entwurf vor

Das Bundeslandwirtschaftsministerium hat einen Gesetzesentwurf vorgelegt, der die Kennzeichnung in Speisekarten, Preisverzeichnissen oder Aushängen vorsieht. Gäste sollen so „eine informierte Kaufentscheidung“ treffen können. Ausgenommen bleiben Getränke-betonte Betriebe und Gaststätten ohne Schweinefleischgerichte. Betroffen wären rund 100.000 Gaststätten, schätzt das Ministerium.

Die Kennzeichnung soll nicht direkt am Produkt erfolgen, sondern über Speisekarten, digitale Angebote oder Hinweise auf Anfrage. Bei Gerichten wie Schweinefleischrouladen muss nur das Fleisch gekennzeichnet werden, nicht jedoch Speck zur Geschmacksgebung oder Fleisch in Tortellini oder Bolognese-Soßen.

Branchenbündnis formiert sich

Gegen die Pläne hat sich ein Bündnis aus Verbänden der Systemgastronomie, Caterern sowie Fleischer- und Bäckerhandwerk formiert. Sie warnen vor bürokratischem Aufwand und höheren Kosten, die an die Verbraucher weitergegeben werden müssten. Besonders betroffen wären Familien und Senioren in Schulen, Kitas, Mensen und Kliniken. Das Informationsbedürfnis der Verbraucher sei beim Außer-Haus-Verzehr gering, so die Branche.

Im Supermarkt gibt es bereits seit 2019 eine freiwillige Kennzeichnung der Handelsketten. Die geplante Pflicht in der Gastronomie soll nun ab 2027 kommen – nach mehreren Verschiebungen der ursprünglich von der Vorgängerkoalition beschlossenen Regelung.

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