Mexiko im Chaos: Militär tötet Drogenboss „El Mencho“ – Anhänger rächen Tod mit Gewaltwelle
Militär tötet Drogenboss „El Mencho“ – Mexiko im Chaos

Militäreinsatz gegen Kartellboss löst Gewaltwelle in Mexiko aus

Nach dem Tod des mächtigen Drogenbosses Nemesio Oseguera Cervantes, bekannt unter dem Spitznamen „El Mencho“, hat eine Welle der Gewalt Mexiko erfasst. Der Anführer des Kartells Jalisco Nueva Generación (CJNG) starb bei einem Militäreinsatz am Sonntag in Tapalpa im Bundesstaat Jalisco. Seine Anhänger reagierten mit koordinierten Angriffen, bei denen sie Autos in Brand setzten, Straßen blockierten und Einrichtungen wie Banken, Tankstellen und Geschäfte attackierten.

Chaos in zahlreichen Bundesstaaten betrifft auch WM-Städte

Die gewalttätigen Ausschreitungen erstrecken sich über etwa 20 der 32 mexikanischen Bundesstaaten, darunter Jalisco, Michoacán, Aguascalientes, Tamaulipas und Guanajuato. Besonders betroffen sind auch die WM-Austragungsorte Mexiko-Stadt, Guadalajara und Monterrey, wo ab Juni 2026 insgesamt 13 Spiele der Fußball-Weltmeisterschaft stattfinden sollen. In Guadalajara mussten rund 1.000 Menschen die Nacht im Zoo verbringen, da eine Rückreise in ihre Heimatorte aufgrund der unsicheren Lage zu gefährlich war.

Internationale Unterstützung und Sicherheitsmaßnahmen

Der Militäreinsatz, bei dem neben „El Mencho“ sechs weitere Bandenmitglieder getötet und zwei mutmaßliche Kartellmitglieder festgenommen wurden, wurde von den USA mit Geheimdienstinformationen unterstützt. Die USA hatten eine Belohnung von 15 Millionen US-Dollar (etwa 12,7 Millionen Euro) auf den Drogenboss ausgesetzt und sein Kartell als ausländische Terrororganisation eingestuft.

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Präsidentin Claudia Sheinbaum rief die Bevölkerung zur Ruhe auf, während mehrere Botschaften, darunter die deutsche Vertretung, ihre Staatsbürger zu äußerster Vorsicht aufforderten. Fluggesellschaften strichen oder leiteten Flüge um, insbesondere nach Puerto Vallarta, wo große Rauchwolken über dem Küstenort aufstiegen. Die deutsche Botschaft riet, sich an sicheren Orten wie Hotels aufzuhalten und nicht unbedingt erforderliche Fahrten zu vermeiden.

Hintergrund des gefürchteten Kartellchefs

„El Mencho“, der mit bürgerlichem Namen Nemesio Oseguera Cervantes hieß, wurde 59 Jahre alt. Geboren in der armen Gemeinde Aguililla in Michoacán, führte der ehemalige Polizist seit 2011 das von ihm gegründete CJNG an. In der Unterwelt war er als „Herr der Hähne“ bekannt, aufgrund seiner Vorliebe für Hahnenkämpfe. Sein Kartell ist in zahlreiche kriminelle Aktivitäten verwickelt, darunter Fentanyl-Handel, Erpressung, Migrantenschleusung, Öldiebstahl und Waffenhandel, mit Verbindungen bis nach China und Australien.

Die Sicherheitskräfte stellten bei dem Einsatz gepanzerte Fahrzeuge und Waffen sicher, darunter einen Raketenwerfer, der laut Verteidigungsministerium sogar Hubschrauber oder Flugzeuge abschießen kann. Trotz der Gewalt betonte Präsidentin Sheinbaum, dass in den meisten Teilen des Landes die Aktivitäten normal weiterlaufen würden. Der Deutsche Reiseverband gab an, dass sich in den betroffenen Regionen keine Gäste deutscher Reiseveranstalter aufhalten, da diese vornehmlich die Halbinsel Yucatán mit Cancún besuchen.

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