Münchner Modeboutique nach Solidaritätsbekundung mit Juden Ziel antisemitischer Attacken
Münchner Boutique nach Juden-Solidarität Ziel von Hassattacken

Münchner Modeboutique nach Solidaritätsbekundung mit Juden Ziel antisemitischer Attacken

Sie wollte ein klares Zeichen gegen Judenhass setzen – und wurde prompt selbst zur Zielscheibe. In München ist die Inhaberin einer Modeboutique massiv bedroht worden. Unbekannte beschmierten ihr Geschäft mit widerlichen Parolen, nachdem sie sich durch ein kleines Solidaritätsschild provoziert fühlten.

„Antisemitismus ohne mich“ als Auslöser

Das Schild mit den Worten „Antisemitismus ohne mich“, eingerahmt von geöffneten Händen und einem Davidstern, hing bereits seit zehn Jahren an der Boutique. Geschäftsinhaberin Trixi Obermaier (64), neu gewählte Stadtteil-Politikerin für die CSU, ist schockiert über die Reaktion. „Im so vermeintlich weltoffenen und diversen München darf man offensichtlich nicht für Juden Partei ergreifen, ohne sich zur Zielscheibe von Straftätern zu machen“, erklärt sie fassungslos.

Hetzparolen über Nacht

Über Nacht hatten Kriminelle die Eingangstür mit der abscheulichen Parole „Zios jagen“ beschmiert. Auf das Schaufenster schrieben die Täter in großen roten Buchstaben „Zionisten sind Faschisten“. Der Davidstern am Schild wurde zudem mit den Worten „Anti Imperialist Action“ überklebt. Obermaier erstattete am Karfreitag Anzeige bei der Polizei.

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Entsetzen in der jüdischen Gemeinschaft

Der jüdische Münchner Hochschul-Professor Prof. Dr. Guy Katz (43), Enkel von vier Holocaustüberlebenden, zeigte sich am Donnerstag solidarisch vor Ort. „Ein Antisemitismus-Schild reicht – und du wirst öffentlich zum Abschuss freigegeben. Das ist die Realität 2026“, so der Initiator der Protestbewegung „Run 4 their Lives“. Er betont: „‚Zios jagen‘ bedeutet: Menschen sollen verfolgt werden. Das ist in meinen Augen eine klare Morddrohung.“

Politische Reaktionen und Morddrohungen

Der Antisemitismus-Beauftragte der Bayerischen Staatsregierung, Ludwig Spaenle, verurteilte den Vorfall als „widerwärtigen Antisemitismus“. Professor Katz selbst hat bereits Morddrohungen erhalten, die mit roten Dreiecken – einem Symbol der Terrororganisation Hamas – unterzeichnet waren. Die Münchner Generalstaatsanwaltschaft ermittelt zu den Drohungen, deren Ursprung bis nach Ägypten zurückverfolgt werden kann.

Der Fall zeigt erschreckend deutlich, wie Solidaritätsbekundungen mit der jüdischen Gemeinschaft in Deutschland zunehmend zu gefährlichen Angriffen führen. Die Sicherheitsbehörden sind alarmiert, während die Betroffenen um ihr Sicherheitsgefühl in der vermeintlich weltoffenen Stadt bangen.

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