Trump-Reporterin Dasha Burns: Raus aus der NATO? Die Drohungen werden konkreter
US-Präsident Donald Trump (79) zeigt sich zunehmend verärgert über die NATO und ihre europäischen Mitgliedstaaten. Wie die erfahrene Politico- und BILD-Journalistin Dasha Burns berichtet, der seit fast einem Jahrzehnt über Trump berichtet, meint es der Präsident mit seinen Austrittsdrohungen ernster denn je.
Rechtliche Hürden, aber politischer Druck
Ein vollständiger Austritt der USA aus dem nordatlantischen Bündnis wäre zwar rechtlich kompliziert und würde die Zustimmung des Kongresses erfordern. Doch Trump verfügt über erhebliche Spielräume, um das amerikanische Engagement zu reduzieren. Er könnte Truppen abziehen, finanzielle Verpflichtungen zurückfahren und im Ernstfall allein entscheiden, ob er Verbündete verteidigt – mit unmittelbaren Konsequenzen für die gesamte Allianz.
Von der Verhandlungsmasse zur ernsten Option
Während seiner ersten Amtszeit wurden Trumps NATO-Drohungen oft als reines Druckmittel interpretiert, um höhere Verteidigungsausgaben der europäischen Partner zu erzwingen. Tatsächlich erhöhte die NATO vergangenes Jahr ihre Militärausgaben – genau das, was der Präsident gefordert hatte. Auf dem letzten NATO-Gipfel präsentierte sich Trump entsprechend selbstbewusst und betonte: „Schaut her, was ich erreicht habe. Ich habe sie dazu gebracht, mehr zu tun.“
Iran-Krieg verschärft die transatlantischen Spannungen
Der bevorstehende NATO-Gipfel wird sich jedoch in einem deutlich veränderten Klima abspielen. Ton, Stimmung und Beziehungen zwischen den Partnern haben sich durch den Iran-Krieg erheblich verschlechtert. Laut Vertrauten im engsten Umfeld des Präsidenten ist Trump verärgert und zieht einen Rückzug aus dem Bündnis ernsthaft in Betracht.
Aus seiner Perspektive lösen die Vereinigten Staaten ein globales Problem, während Europa nicht angemessen unterstützt. Wenn Verbündete in der Stunde der Not nicht zur Stelle sind, stellt sich für Trump die fundamentale Frage nach ihrem strategischen Wert. Diese Einschätzung wurde in der vergangenen Woche von mehreren hochrangigen Quellen bestätigt.
Handlungsfreiheit als oberstes Prinzip
Trump legt größten Wert auf maximale außenpolitische Handlungsfreiheit – ein Leitmotiv, das seine Unterstützer konsequent betonen. Seine Drohungen dienen somit einem doppelten Zweck: Sie sind ernst gemeinte politische Optionen und gleichzeitig Druckmittel, um weitere Zugeständnisse von den europäischen Partnern zu erzwingen.
Besondere Bedeutung kommt dem anstehenden Treffen mit NATO-Generalsekretär Mark Rutte zu. Rutte hat bisher einen guten Zugang zum Präsidenten gefunden und es verstanden, europäische Positionen so zu vermitteln, dass sie bei Trump Gehör fanden. Doch die aktuelle Lage ist angespannter denn je, und der verärgerte Präsident könnte weniger kompromissbereit sein als zuvor.
Die Frage, ob die USA ihre NATO-Verpflichtungen tatsächlich reduzieren oder sogar den Austritt einleiten könnten, bleibt damit aktueller und bedrohlicher als je zuvor in Trumps Präsidentschaft.



