Gemeinde Riccione erwirbt historische Mussolini-Villa für 1,2 Millionen Euro
Die italienische Gemeinde Riccione an der Adriaküste hat in einer bedeutenden Auktion die ehemalige Sommerresidenz des faschistischen Diktators Benito Mussolini erworben. Für rund 1,2 Millionen Euro ging die sogenannte Villa Mussolini in den Besitz der Stadt über, wie unter anderem der britische Guardian und der österreichische Rundfunk ORF berichteten. Das Gebäude aus dem Jahr 1893 war zuvor von der Stiftung Cassa di Risparmio di Rimini versteigert worden.
Schutz vor faschistischen Nostalgikern und kulturelle Neuausrichtung
Ein zentrales Motiv für den Kauf war der Wunsch der Gemeinde, zu verhindern, dass das Anwesen in die Hände von nostalgischen Anhängern des Faschismus fällt. Bürgermeisterin Daniela Angelini bezeichnete den Erwerb als „Akt der Liebe und Vision“ und betonte, dass es nicht nur um eine Immobilie, sondern um die Rückgewinnung eines identitätsstiftenden Ortes gehe. Die Villa soll weiterhin als Kulturzentrum genutzt und in ein städtisches Museumsnetz integriert werden.
Bereits heute ist das Gebäude mit Ausstellungen, Kunstprojekten und Veranstaltungen ein Dreh- und Angelpunkt des kulturellen Lebens in Riccione und zieht zahlreiche Touristen an. „Nachdem die Gemeinde die Villa jahrzehntelang als Leihgabe verwaltet hat, haben wir beschlossen, zu investieren, damit sie zum Erbe aller Bürger wird“, erklärte Angelini. Trotz kontroverser Diskussionen um den Namen Villa Mussolini hält die Gemeinde bisher daran fest.
Historischer Hintergrund und zukünftige Pläne
Das Anwesen im typischen Stil der Ferienhäuser an der Adriaküste wurde 1893 erbaut und 1934 von Mussolinis Ehefrau Rachele erworben. Es diente der Familie fortan als Sommerresidenz. Nach dem Zweiten Weltkrieg ging die Villa in Staatseigentum über, wurde später von der Stiftung erworben und 2005 der Gemeinde als Leihgabe überlassen. Der Kauf markiert nun einen neuen Kapitel in der Geschichte des Gebäudes, das als einzigartiges Juwel der Region gilt und künftig noch stärker für kulturelle Zwecke genutzt werden soll.



