Münchner Sicherheitskampagne: Notrufknopf in U-Bahn bei Belästigung nutzen
Münchner Kampagne: Notrufknopf in U-Bahn bei Belästigung

Neue Sicherheitskampagne für Münchens öffentlichen Nahverkehr

Viele junge Menschen, insbesondere Mädchen und Frauen, empfinden nachts in U-Bahnen und Bussen ein Gefühl der Unsicherheit. Eine aktuelle Informationskampagne von Polizei, Münchner Verkehrsgesellschaft (MVG) und Deutscher Bahn zeigt nun, wo im öffentlichen Personennahverkehr (ÖPNV) Hilfe bereitsteht – und ermutigt Fahrgäste ausdrücklich, im Bedarfsfall den Notrufknopf zu betätigen.

Studie offenbart Unsicherheitsgefühl

Hintergrund der Initiative ist eine Studie des Kreisjugendrings München-Stadt (KJR) zum Sicherheitsempfinden junger Münchnerinnen und Münchner im ÖPNV, die im Oktober vergangenen Jahres für Aufsehen sorgte. Die Untersuchung ergab, dass sich zwei Drittel der befragten Mädchen und Frauen nachts in öffentlichen Verkehrsmitteln nicht sicher fühlen. Bei den Jungen und Männern gab immerhin noch ein Fünftel an, sich unsicher zu fühlen.

„München ist die sicherste Großstadt Deutschlands“, betonte Polizeipräsident Thomas Hampel bei der Vorstellung der Kampagne am Freitag, dem 13. März 2026. Dennoch sei bekannt, dass durch Vorkommnisse wie Pöbeleien, betrunkene Personen oder eine zunehmende Respektlosigkeit, die auch in München die Gewaltbereitschaft steigere, ein Gefühl der Unsicherheit entstehen könne.

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„Sicher unterwegs“: Kampagne mit klarer Botschaft

Die unter dem Titel „Sicher unterwegs“ gestartete Kampagne ist eine gemeinsame Aktion der Münchner Polizei, der MVG, der Bundespolizei und der Deutschen Bahn. In den kommenden Tagen werden auf den Bildschirmen in den U-Bahnen neue Botschaften zu lesen sein, darunter: „Die Polizei ist rund um die Uhr für Sie da“, „Sie benötigen Hilfe in den Bahnen? Nutzen Sie die Sprechstellen direkt zum Fahrpersonal“ oder „Brauchen Sie Hilfe im U-Bahnhof? Drücken Sie den Notrufknopf. Wir hören und sehen Sie.“

Die Kernbotschaft lautet: In brenzligen Situationen im ÖPNV und an Bahnhöfen ist fast immer Hilfe in der Nähe – sei es durch Einsatzkräfte der Polizei, der U-Bahnwache oder von Sicherheitskräften der Deutschen Bahn. Im Notfall könne die Polizei innerhalb von vier Minuten vor Ort sein.

So funktionieren die Notrufsysteme

In der U-Bahn: Neben jeder U-Bahn-Tür befindet sich ein grünes Notruf-Schild mit einem Knopf. Ein Druck auf diesen Knopf ermöglicht sofortige Sprechverbindung mit dem U-Bahnfahrer. Dieser kann im Bedarfsfall per Funk die U-Bahnwache alarmieren, die dann am nächsten Bahnhof zusteigt, wie MVG-Chef Ingo Wortmann erläutert. „Man darf sich wirklich trauen, diesen Knopf zu benutzen“, betont er, „lieber einmal zu viel als zu wenig.“

Im U-Bahnhof: An jedem Bahnsteig in und um München stehen zwei feuerwehrrote SOS-Notrufsäulen. Über diese erreicht man direkt die U-Bahn-Leitstelle.

Expertin wünscht sich noch konkretere Formulierungen

Theresa Baum, Referentin beim Kreisjugendring, begrüßt die Kampagne, wünscht sich aber noch präzisere Handlungsanweisungen. „Wenn Frauen sich verfolgt oder bedrängt fühlen, trauen sie sich oft nicht, den Notruf zu nutzen“, sagt sie. Der MVG-Chef kündigte an, bei den Bildschirm-Sprüchen nachzubessern und beispielsweise den Hinweis „Sie fühlen sich belästigt? Drücken Sie den Notrufknopf.“ aufzunehmen.

Die Kampagne soll das Bewusstsein schärfen, dass Helfer fast immer in der Nähe sind und die vorhandenen technischen Systeme im Ernstfall eine schnelle und direkte Verbindung zu Hilfeleistenden herstellen. Sie richtet sich an alle Fahrgäste, mit einem besonderen Fokus auf junge Menschen, die den ÖPNV nutzen.

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