Mordfall Anni A.: Drei Jahre später suchen Ermittler weiter nach dem Täter
Mordfall Anni A.: Ermittlungen nach drei Jahren noch aktiv

Mordfall Anni A.: Drei Jahre später suchen Ermittler weiter nach dem Täter

Sträucher verdecken die Fenster, ein Baum wuchert zum Nachbarn, Gras überwuchert die Gehwegplatten. Der Garten von Anni A. († 93) ist verwildert. Seit dem Mord an der Witwe vor drei Jahren steht das Haus im Achtermannweg 1 in Münster da, als warte es auf die Rückkehr der Besitzerin. Doch die wird nie mehr zurückkehren.

Ermittlungen bleiben trotz Zeitablauf intensiv

Über die Ermittlungen der Polizei ist jedoch noch kein Gras gewachsen. Zwar konnten die Kommissare aus Münster in Nordrhein-Westfalen den oder die Mörder bislang nicht fassen, doch die Akte ist längst nicht geschlossen. „Wenn man eine so alte Dame erschlagen auf dem Boden liegen sieht, lässt einen das nicht kalt“, sagte ein Ermittler kurz nach dem Verbrechen.

Der Täter war am helllichten Tag gekommen, offenbar hatte ihm Anni A. die Tür geöffnet. Sie lebte alleine, ihr Mann Bernhard war vor 26 Jahren gestorben. Beide hatten sich in den 1960er Jahren kennengelernt und geheiratet. Er arbeitete in der Verwaltung des Landschaftsverbands, sie in der Küche. Mit ihrem Einkommen verwirklichten sie sich am Rande der Wallfahrtsstadt Telgte den Traum vom Eigenheim.

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„Sie hatten keine Kinder, waren zusammen glücklich. Sie haben viel Zeit im Garten verbracht“, sagte eine Nachbarin. Später lebte die Witwe zurückgezogen, verließ nur selten das Haus. Zum Einkaufen ließ sie sich ein Taxi kommen. Selten telefonierte sie mit ihrem Bruder oder ihren drei Schwestern.

Brutaler Angriff und umfangreiche Ermittlungen

Doch das Leben von Anni A. interessierte den Mann nicht, der am 23. März 2023 schellte. Wahrscheinlich hatte er es auf Wertsachen abgesehen. Nachdem er der Seniorin den Schädel eingeschlagen hatte, durchwühlte er die gute Stube nach Wertgegenständen. Ob er etwas erbeutet hatte, als er sich kurz darauf aus dem Staub machte, ist unklar.

Polizeisprecherin Luisa Baier erklärte: „Die Frau hat alleine gelebt, es gibt keine detaillierte Auflistung ihrer Güter. Schmuck befand sich nach der Tat noch im Haus.“ Eine Pflegerin hatte die übel zugerichtete Leiche von Anni A. abends im Flur des Hauses entdeckt.

Die Kommissare befragten Nachbarn, suchten Zeugen. Eine Hundertschaft durchkämmte die Umgebung auf der Suche nach einer Tatwaffe. Sogar der Gartenteich wurde leer gepumpt. Umfangreiche Telefon- und Verkehrsdaten wurden erhoben, Parallelen zu ähnlichen Fällen gesucht, Experten eingeschaltet. Kriminaltechnikern gelang es schließlich, mehrere DNA-Spuren zu sichern – unter anderem an der Leiche.

DNA-Analysen und möglicher Massentest

Im Herbst 2025 klingelten die Ermittler bei Nachbarn, einzelne Männer wurden zu einem freiwilligen DNA-Test gebeten. „Die Spuren werden weiter ausgewertet und dann mit der DNA-Analyse-Datei abgeglichen“, sagte Luisa Baier. Wegen der großen Anzahl der Spuren sei die Auswertung, an der Rechtsmedizin und Landeskriminalamt arbeiten, sehr zeitaufwendig.

Später sei auch ein DNA-Massentest nicht ausgeschlossen, so die Ermittler. Die Familie stimmte jetzt einer Veröffentlichung eines Fotos von Anni A. zu. Vielleicht hat jemand das Opfer vor der Tat mit einem Verdächtigen zusammen gesehen?

Hoffnung auf neue Hinweise

Oberstaatsanwalt Martin Botzenhardt betonte: „Die Ermittlungen sind noch nicht eingestellt, jeder Hinweis ist weiterhin willkommen. Wir setzen alles daran, den Fall noch zu klären. Mord verjährt nie.“

Vielleicht gibt es doch noch Menschen, die eine Beobachtung gemacht haben, der sie selbst zunächst keine große Bedeutung beigemessen haben. Die aber entscheidend für die Ermittler sein könnte. Das Haus der Witwe steht weiterhin unverändert da, während die Ermittler unermüdlich nach dem Täter suchen.

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