Mordprozess in Wuppertal: Angeklagte bestreitet 23-fachen Messerstich an Seniorin
Mordprozess: Angeklagte bestreitet 23 Messerstiche an Seniorin

Blutige Tat in Mettmann: Mordprozess gegen 61-Jährige eröffnet

Am Landgericht Wuppertal hat am Montag ein außergewöhnlicher Mordprozess begonnen. Die 61-jährige Nicole G. steht wegen des gewaltsamen Todes ihrer 81-jährigen Nachbarin Renate L. vor Gericht. Die Staatsanwaltschaft wirft der Angeklagten vor, die Seniorin aus reiner Habgier mit mindestens 23 Messerstichen getötet zu haben.

Die blutigen Beweise der Staatsanwaltschaft

Laut Anklage soll Nicole G. am 4. August 2025 gegen 19.45 Uhr bei der ihr bekannten Seniorin in Mettmann geklingelt haben. Nachdem Renate L. die Tür geöffnet hatte, soll die Angeklagte in der Küche ein Bügeleisen ergriffen und der alten Frau damit auf den Kopf geschlagen haben. Staatsanwältin Janina Bachtenkirch vertritt die Auffassung, dass spätestens zu diesem Zeitpunkt der Tötungsvorsatz entstand.

Mit einem Messer soll Nicole G. dann 23 Mal auf die wehrlose Rentnerin eingestochen haben, während diese bereits am Boden lag. Während die Seniorin mit dem Tod rang, durchsuchte die Täterin laut Anklage die Wohnung und stahl Goldschmuck, eine Geldbörse mit 275 Euro sowie persönliche Unterlagen.

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Die ungewöhnliche Verteidigungsstrategie

Obwohl Nicole G. mit blutverschmiertem Messer und der Beute am Tatort angetroffen wurde, bestreitet sie die Mordanklage auf ganzer Linie. Ihr Verteidiger Jochen Ohliger verlas eine außergewöhnliche Erklärung seiner Mandantin vor Gericht.

Demnach wollte Nicole G. an jenem Abend lediglich ihren Lebensgefährten aufsuchen und habe die offenstehende Wohnungstür der Seniorin bemerkt. Als sie hineinging, habe sie die schwer verletzte Renate L. am Boden liegend vorgefunden. Beim Annähern sei sie fast über das Kabel des Bügeleisens gestolpert und habe es deshalb zur Seite gestellt.

„Aus einer plötzlichen Regung heraus“, so die Erklärung, habe sie dann die Geldbörse der sterbenden Frau an sich genommen und dabei versehentlich Schmuck und Dokumente mit in ihre Tasche gesteckt. Als eine Nachbarin hinzukam, habe sie aus Panik auch das blutige Messer an sich genommen.

Richterliche Skepsis und enge Zeitspanne

Der vorsitzende Richter Jochen Kötter nahm die Erklärung zur Kenntnis, äußerte jedoch erhebliche Zweifel. Er wies die Angeklagte darauf hin, dass das Zeitfenster für einen unbekannten Dritten äußerst knapp bemessen sei. Zwischen dem initialen Angriff mit dem Bügeleisen und dem Tod der Seniorin vergingen lediglich wenige Minuten.

Die Ermittler gehen von einem klaren Mordmotiv aus: finanzielle Notlage der Angeklagten und daraus resultierende Habgier. Die Polizei hatte Nicole G. noch am Tatabend festgenommen, nachdem Nachbarn verdächtige Geräusche aus der Wohnung der Seniorin gehört und den Rettungsdienst alarmiert hatten. Die Hilfe kam jedoch zu spät – Renate L. verstarb noch in ihrer Wohnung.

Der Prozess am Landgericht Wuppertal wird fortgesetzt und verspricht weitere dramatische Verhandlungstage. Die Beweisaufnahme muss nun klären, ob die Erklärung der Angeklagten haltbar ist oder ob die Indizienkette der Staatsanwaltschaft vor Gericht Bestand hat.

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